Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elena Lappin

Der Mann mit zwei Köpfen

Cover: Der Mann mit zwei Köpfen

Chronos Verlag, Zürich 2000
ISBN-10 3905313588
ISBN-13 9783905313581
Taschenbuch, 104 Seiten, 14,83 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Maria Buchwald und Monika Bucheli. 1995 erscheint ein schmales Buch mit dem Titel "Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939-1948", das als Erinnerung eines Holocaust-Überlebenden gelten will. Es findet großen Anklang, wird in mehreren Sprachen übersetzt und mit Preisen ausgezeichnet. 1998 entlarvt ein Schweizer Journalist die Geschichte als Betrug und löst damit eine heftige Kontroverse über Buch und Autor aus. Die Verleger nehmen im Herbst 1999 das Buch vom Markt. Der Autor Binjamin Wilkomirski, bekannt als Musiker, Klarinettenlehrer und Klarinettenbauer Bruno Doessekker, hält an der Authentizität seiner Geschichte fest. Elena Lappin hat die Geschichte von Wilkomirskis/Doessekker recherchiert sowie die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte seines Buches. Sie befragte den Autor selbst, Menschen aus seinem Umfeld, Historiker, Holocaust-Forschende und Zeitzeugen. Lappin zeigt, weshalb das Schweizer Adoptivkind Bruno Doessekker, Kind von Verdingkindern, sich die Identität eines jüdischen lettischen Kindes erschuf, das Jahre in polnischen Konzentrationslagern verbrachte, in einem jüdischen Waisenhaus in Krakau lebte und schließlich in der Schweiz zum Vergessen seiner vermeintlich jüdischen Wurzeln gezwungen wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.08.2000

In einer Doppelkritik bespricht Elisabeth Bauschmid zwei Bücher zum "Fall Wilkomirski":
1) Elena Lappin: "Der Mann mit den zwei Köpfen" (Chronos Verlag)
Über dieses Buch lässt Bauschmid allerdings nur eine Bemerkung fallen: Lappin schreibe in ihrer "Skizze" des Falls durchaus nicht ohne Mitleid, obwohl sie zu den "zunächst Getäuschten" gehörte. Ebenso wenig wie Mächler erliege sie dabei der Gefahr, angesichts der "geliehenen Biografie" dieses Autors, der sich eine Identität als Holocaust-Opfer andichtete, in "Amateurpsychologie" zu verfallen.
2) Stefan Mächler: "Der Fall Wilkomirski" (Pendo Verlag)
Wesentlich ausführlicher geht die Rezensentin auf Mächlers Buch ein und erinnert zunächst daran, dass Mächler der vom Suhrkamp-Verlag bestellte Gutachter war, der dann endgültig die Fälschung belegte. Ein wenig, so Bauschmid, merke man es dem Buch an - es sei als Gutachten für den interessierten Leser teilweise allzu detailliert belegt. Interessant findet die Rezensentin es aber immer dann, wenn Mächler die ergriffene Reaktion des Publikums und der Kritik auf Wilkomirskis (oder eigentlich Bruno Doessekers) gefälschte Biografie analysiert. Mächler sehe hinter dieser Ergriffenheit eine "subtile Form der Abwehr" aufscheinen, referiert die Rezensentin, die gegen diese Interpretation der Publikumsreaktionen nichts einzuwenden hat. Bauschmid erinnert auch daran, dass es schon vor Erscheinen "deutliche Warnungen" an die Adresse des Suhrkamp-Verlags gegeben habe.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren