Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Italienischen von Alessandra Corti. Eine der Eigentümlichkeiten der modernen Gesellschaft ist ihre Neigung, etwas Vorübergehendes als festen Bezugspunkt zu nehmen, und dies gerade im Wissen um seine Flüchtigkeit. Die Mode ist hier exemplarisch: Was "in" ist, beansprucht nicht, schön, vernünftig oder interessant, sondern nur, modisch zu sein. Es gefällt, obwohl oder gerade weil man weiß, dass es bald "out" sein und nicht mehr gefallen wird. Zudem hat man gerade in der Mode den Anspruch, eben kein Modell nachzuahmen, sondern seine eigene Individualität zu bestätigen, obwohl man weiß, dass es alle genauso tun. Man verhält sich so wie die anderen, um anders zu sein und dies öffentlich zu zeigen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.09.2004
Ohne Mode, so kann man die These der italienischen Systemtheoretikern Elena Esposito wohl zuspitzen, kann die moderne Gesellschaft nicht funktionieren. Nur in der vertrackten Zeitlichkeit der Mode nämlich lässt sich Negation als etwas lesen, das Stabilisierung des Sozialen gerade möglich macht. Historisch hat Esposito dabei einen entscheidenden nach-aufklärerischen Wendepunkt ausgemacht, den Übergang vom konversationsversierten "honnête homme" des 18. zum Dandy des 19. Jahrhunderts. Während der Ehrenmann alten Schlags sich - ganz wie sich das Jürgen Habermas bis heute wünscht - dem "Ideal eines zwanglosen Austauschs zwischen freien und gleichen Individuen" gemäß verhält, liebt der Dandy selbstverliebt den Widerspruch zum Gängigen. Und hier kommt die Mode recht, denn sie ist, Saison für Saison, nichts anderes als der selbstverliebte Widerspruch zum Vorjahr, wenn nicht zum Vormonat. Die Rezensentin Bettina Engels ist von der großen Treue der Autorin zum Doktorvater und theoretischen Leitstern Niklas Luhmann durchaus ein wenig genervt. Sie stellt dann aber doch anerkennend fest, dass Esposito mit ihrem dialektischen Verständnis der Mode, die sich beim Schein der Banalität als geradezu "transzendentale" Grundlage der modernen Gesellschaft erweise, über die bisherigen Positionen der Systemtheorie hinausbewegt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2004
Als Träger einer universellen Ordnung in Zeiten beständiger Orientierungslosigkeit sieht die Soziologin Elena Esposito die Mode - und erklärt sie zur lebensbestimmenden Paradoxie, berichtet Ralf Konersmann. Dabei liegt ihren Darstellungen weder eine huldigende noch eine feindselige Einstellung zur Mode zugrunde, versichert unser Rezensent: "Die Banalität der Mode, bestätigt Esposito, ist offenkundig, und doch sei ihre Geltung unabweisbar." Mit ihrer "unprätentiösen Wissenschaftsprosa" gelinge es Esposito, begriffliche Präzision, penible Detailarbeit und sprachliche Eleganz unter einen Hut zu bringen und geradezu "atemberaubend" fand unser Rezensent die "philologische Unbekümmertheit", mit der die Autorin die Genealogie der Mode entwickelt und sie bis zu dem Punkt nachvollzieht, wo in ihr Einzigartigkeit und Konformität zur Deckung kommen. Die Mode vermag es nämlich "der Welt der Kontingenz den Anschein des Zwingenden zu geben." Darin jedenfalls erkennt Konersmann die Hauptthese der Autorin, die mit ihrem Buch klar vor Augen führe, was die Mode ist: "die Lösung des Problems, das wir ohne sie nicht hätten".
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Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







