Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Kurt Neff. Mit dem vollständigen Text des Thomas-Evangeliums. Unter den frühchristlichen Schriften, die 1945 in der Nähe der ägyptischen Stadt Nag Hammadi gefunden worden sind, befindet sich auch das Thomas-Evangelium. Dieses Evangelium ist den bekannten vier Evangelien sehr ähnlich und wahrscheinlich noch früher als sie entstanden. Die geheimen Jesusworte, die es überliefert, weisen aber in eine radikal andere, eine mystische, geradezu buddhistisch anmutende Richtung. Wie ist dieses Evangelium entstanden? Warum wurde es nicht ins Neue Testament aufgenommen? Und kann es für uns heute noch von Bedeutung sein? Diese Fragen behandelt Elaine Pagels, die mit ihren Forschungen über die gnostischen Evangelien unser Wissen vom frühen Christentum revolutioniert hat, nicht nur aus wissenschaftlicher Neugierde. Sie berichtet eindringlich von persönlichen Erfahrungen, die sie zu der Frage geführt haben, warum das ursprünglich so vielfältige, reichhaltige und bis heute faszinierende Christentum ein so enges, dogmatisches Glaubenskorsett entwickelt hat. Ihr Buch bietet nicht nur überraschende Einblicke in ein nahezu zwei Jahrtausende lang verschollenes und totgeschwiegenes Evangelium, sondern ist auch ein sehr persönliches Plädoyer für ein Christentum, das sich auf seine ursprüngliche Weite und Vielfalt rückbesinnt.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Das Geheimnis des fünften Evangeliums - Info bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2005
Der Verlag hat die Autorin mit einem reißerischen Titel und einem noch peinlicheren Untertitel bedacht, klagt Friedemann Voigt, so dass sich Elaine Pagels genötigt gesehen hätte, im Vorwort der deutschen Ausgabe auf Distanz zum Titel zu gehen. Die Religionswissenschaftlerin gilt als eine der profundesten Kennerinnen der Funde von Nag-Hammadi, einem Ort in Oberägypten, wo 1945 bei Ausgrabungen auch das vollständige Thomas-Evangelium gefunden wurde, wie Voigt erläutert. Dieses enthält eine Sammlung mit Sprüchen Jesu, die im Wortlaut nicht bekannt waren. Pagels geht der spannenden Frage nach, warum das Thomas-Evangelium keine Aufnahme in die Bibel gefunden hat. Leider lasse sie sich dabei zu sehr von ihrer eigenen spirituellen Heilssuche und ihrer Sympathie für die Häretiker leiten, bemängelt Voigt. Pagels setze die inividualistische Thomastradition versus die autoritäre Institutionalisierung des Christentums; das führe zu überzogenen Vergleichen, meint Voigt, und lasse ihre "latent aufgeregte" Darstellung eine unglückliche Allianz mit populistischer Kirchenkritik eingehen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.11.2004
Rolf Spinnler bewundert die "kriminalistische Akribie", mit der Elaine Pagels, Religionswissenschaftlerin an der Princeton University und Spezialistin für die apokryphen Evangelien, in ihrer jüngsten Studie untersucht, warum das apokryphe Thomas-Evangelium aus dem Neuen Testamen ausgeschlossen wurde. Die amerikanische Autorin unternehme es in ihrem Buch zu analysieren, warum das auf der gnostischen Philosophie gründende Thomas-Evangelium von "einflussreichen Bischöfen" abgelehnt wurde, die es zugunsten des Johannes-Evangeliums aus dem Verbund der neutestamentarischen Texte ausschlossen hätten, erklärt der Rezensent. Bis hierhin ist Spinnler auch bereit, den Ausführungen der Autorin ohne Widerspruch zu folgen. Ziemlich problematisch dagegen findet er, dass Pagels sich der "Bewertung" nicht enthalten kann und beklagt, der Ausschluss des gnostischen Thomas-Evangeliums habe "das Christentum ärmer gemacht". Hier stört den Rezensent der Geist und "Jargon protestantischer Erweckungsbewegungen" und er sieht darin die typischen "entpolitisierten Formen des Religiösen", die seiner Ansicht nach den "postmodernen Individualismus" kennzeichnen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2004
Wenn der Rezensent Klaus Berger sein Urteil zu diesem Buch in einem Wort zusammenfassen sollte, lautete es vermutlich: Unfug. Berger lässt keinen Zweifel daran, dass das, was Elaine Pagels da an vermeintlicher Dogmenkritik und esoterischer Gegenreligiosität zusammenbraut, von der ersten bis zur letzten Zeile nichts ist als Humbug. Oder, vornehmer gesagt: "eine wundersame Fehllektüre" nicht nur des Thomas-Evangeliums, sondern des Neuen Testaments überhaupt - und im übrigen auch der als Gegengift angeführten, in Wahrheit ganz leib- und frauenfeindlichen Gnosis. Unsinn sind die Oppositionen zwischen Dogmen und propagierter freigeistigerer Religiosität, so Berger, allenthalben finden sich "Unterstellung, Irreführung und Halbwahrheit", kurz: es "bleibt kein Auge trocken".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2004
Annerkennend, wenn auch kritisch hat Rezensent Ekkehard W. Stegemann diese Studie der in Princeton lehrenden Religionsgeschichtlerin Elaine Pagel gelesen. Als charakteristisch für ihre Arbeit sieht er eine Verbindung von gelehrter historisch-kritischer Exegese und gegenwartsrelevanter Fragen. So rekonstruiere sie im vorliegenden Buch eine alternative christliche, die gnostische Spiritualität, die spätestens im Konzil von Nicäa vom offiziellen katholischen Glauben ausgeschlossen wurde, auch um die eigene religiösen Erfahrung gegenüber der kirchlichen Autorität geltend zu machen. Zwar räumt Stegemann ein, dass Pagels Darstellung dieser Geschichte äußerst kenntnisreich und differenziert vorgeht und keineswegs der Schwarzweißmalerei verfällt. Dennoch erscheint ihm der Gegensatz der gnostischen Evangelien zur Orthodoxie, den Pagel akzentuiert, als zu einfach. Und so stellt er ihr Buch in eine Tendenz einer "modisch gewordenen Kritik" am "orthodoxen" jüdisch-christlichen Monotheismus.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








