Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Weißt du noch? Ja, Helmut, der Erzähler, wusste noch, wie es gewesen ist im Flecken, seinem Dorf im Schwäbischen. Er erinnerte sich an all die Overstolz-Zigaretten und abreißende Schlittschuhe, an Sonntagvormittage mit trinkenden Männern und kochenden Frauen. Einmal im Jahr, an Allerheiligen, kam er zurück, auf den Friedhof und in die Wirtschaft. Einleitungen, Floskeln, gespielte Überraschungen brauchte es nicht. In der Sekunde war er wieder drin im Flecken: Entweder du gehörst dazu oder du gehörst nicht dazu.
Helmuts Schulfreund Franz Klett hatte dazugehört, aber nicht dazugehören wollen. Alle wussten alles über Klett. Und doch war seine Geschichte nicht erzählbar, jedes Detail nur die Vorgeschichte für das Unglück, was dann gekommen war, oder eine Möglichkeit, die - hätte er sie ergriffen - alles hätte anders kommen lassen. Egon Gramer betreibt die Archäologie eines Dorfes und legt dabei das Schicksal eines tragischen Einzelgängers frei.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.10.2005
Wie wichtig Eduard Mörike für den spät berufenen Erzähler Egon Gramer ist, das könne man, so die Rezensentin Silvia Hess, gar nicht übersehen. Vor allem die seltsame Mischung, die sich in Mörikes Begriff der "gemütlichen Grausamkeit" beschrieben findet, treffe man bei Gramer an. Der Roman erzählt die Geschichte des Franz Klett, eines Außenseiters in einem Ort, der "Flecken" heißt. Zum Außenseiter wird er freilich nicht gemacht, zum Außenseiter scheint er geboren. Sein Leben, das früh endet, wird von einem Freund im Nachhinein rekonstruiert, anhand der Tagebuchaufzeichnungen der letzten Jahre. Näher komme man, so Hess, diesem seiner Heimat, der Welt und dem Leben zutiefst Fremden, dabei aber kaum. Keine Frage: "Das beschwert die Lektüre." Aber man müsse es wohl hinnehmen, denn es habe die Konsequenz und die Logik der "gemütlichen Grausamkeit".
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