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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Edward W. Said

Musik ohne Grenzen

Cover: Musik ohne Grenzen
C. Bertelsmann Verlag, München 2010
ISBN 9783570580028
Gebunden, 356 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hainer Kober. Edward W. Said war nicht nur einer der wichtigsten Intellektuellen des ausgehenden 20. Jahrhunderts, er war auch ein geschätzter Musikkritiker. Dieser Band versammelt Texte zur Musik, die er in dreißig Jahren schrieb. Bei seinen Betrachtungen setzt er Komponisten, Interpreten und Musikstücke stets in Beziehung zu sozialen, politischen und kulturellen Überlegungen. Ob er über Mozart, das Verbot, in Israel Wagner zu spielen, oder seinen Weggefährten Daniel Barenboim schreibt, immer ist sein Ansatz interdisziplinär.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2011

Was genau macht den Literaturwissenschaftler Edward W. Said als Musikkritiker so schätzenswert? Dass er vermochte, gesellschaftliche Zusammenhänge in die Betrachtung miteinzubeziehen, eine Verbindung zwischen Politik und Musik, Aufführungspraxis etwa, herzustellen und die betriebsbedingten, ideologischen Grenzen der Musik aufzuzeigen. So im Hinweis auf die konservative Met oder auf Glenn Goulds außergewöhnliche Karriere (teleologisch nicht routiniert). So in etwa erklärt uns Jürgen Kesting den Vorzug der hier versammelten 36 Essays. Dass der deutsche Titel (anders als der originale) genau das Gegenteil suggeriert, dass Saids Urteile mal "hymnisch raunend", mal "pauschal" beziehungsweise "haarsträubend" sind, dass schließlich Autor und Lektorat mitunter einen tiefen Schlaf geschlafen haben müssen, und so einige unnötige Unsinnigkeiten und Fehler stehengeblieben sind, all dies steht allerdings auch drin in Kestings Kritik.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.09.2010

Meist mit großer Freude hat Wolfram Goertz diese Essays von Edward Said gelesen, der sich darin als Musikkenner von großer Urteilskraft erweist. Said, nicht nur als Theoretiker, sondern auch als Pianist ein enger Freund Daniel Barenboims, schreibt darin über all diejenigen Pianisten, Dirigenten und Komponisten, die ihm am Herzen lagen, und verbindet dies mit instruktiven Gedanken über die Konzertkultur, die Dialektik der Sonatenform und den Niedergang der Musikpädagogik. Oft verfällt Goertz in heftiges Kopfnicken und möchte laut "Endlich sagt das mal jemand!" ausrufen (etwa wenn Said Solti als oberflächlich beschreibt oder Brendel für etwas überschätzt). Allerdings gibt es auch Momente des Unglücks für Goertz, etwa wenn Said den Komponisten Bernd Alois Zimmermann - überzeugend - auseinander nimmt.

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