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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Edward St. Aubyn

Schlechte Neuigkeiten

Roman

Cover: Schlechte Neuigkeiten

DuMont Verlag, Köln 2007
ISBN-10 3832180257
ISBN-13 9783832180256
Gebunden, 223 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

"Schlechte Neuigkeiten" ist der zweite Bericht aus dem Leben des Patrick Melrose. Der mittlerweile 21-Jährige fliegt mit sehr gemischten Gefühlen nach New York, um die Asche seines Vaters zu überführen. Als er schließlich dessen sterbliche Überreste in einer braunen Papiertüte die Madison Avenue entlang trägt, fällt ihm auf, dass dies die angenehmsten zehn Minuten sind, die er je in Gesellschaft seines Vaters verbracht hat. Aber wie triumphiert man über einen Toten? Und dann ist da noch das Versorgungsproblem: Eigentlich wollte Junkie Patrick das Ableben seines Vaters damit begehen, dass er den Selbstmord auf Raten aussetzt und clean wird. Aber so leicht wird man liebgewordene schlechte Angewohnheiten nicht los, und Patricks Tage in New York geraten zu einem wahren Höllentrip.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2008

"Schlechte Neuigkeiten", der zweite Teil der Romantrilogie von Edward St Aubyn über den britischen Zyniker und Drogennutzer Patrick Melrose, ist für den Rezensenten Friedhelm Rathjen keine sonderlich erbauliche Lektüre. Konnte der Auftaktroman "Schöne Verhältnisse" noch als "ebenso scharfe wie brillante Satire" gelten, so ist Rathjen nun nicht mehr fasziniert, sondern nur noch "angekotzt", was er vor allem den detailreichen Schilderungen des Drogenkonsums anlastet. Auch die einseitige Perspektive des selbstzerstörerischen jungen Protagonisten, die beim Leser keine Distanz zulasse, verstärkt dieses Gefühl beim Rezensenten. Vor dem Hintergrund des von ihm wiederum sehr gelobten dritten Teils "Nette Aussichten" erklärt er dann in einer nicht recht nachvollziehbaren Wende, dass "Schlechte Neuigkeiten" allerdings nur "oberflächlich gesehen misslungen" sei und quasi als Kontrapunkt zu den beiden anderen Teilen zwingend.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2008

Gisa Funck stellt begeistert den zweiten nun auf Deutsch erschienenen Roman "Schlechte Neuigkeiten" von Edward St. Aubyn vor und hofft, dass es damit gelingt, die Romane des britischen Autors aus der Schublade reiner autobiografischer Bekenntnisliteratur herauszuholen. St. Aubyn hat die Fortsetzung seines Vorgängerromans "Schöne Verhältnisse" geschrieben, in der Kindheit und Jugend des vom eigenen Vater vergewaltigten und in einem völlig zerrütteten, wiewohl wohlhabenden Haus der Upperclass aufwachsenden Patrick erzählt wurden. In "Schlechte Neuigkeiten" wird nun Patricks höllischer Weg durch die New Yorker Drogenszene der 80er Jahre bis zum geistigen Zusammenbruch geschildert, fasst die Rezensentin zusammen. Was das Buch auszeichnet, ist weniger die temporeiche Darstellung dieses "irren Niedergangs", der letztlich doch vorhersehbar ist, als die stilistisch brillante, zynische Weltbetrachtung des Antihelden Patrick, lobt die Rezensentin. Hingerissen ist sie bei allem Elend von dessen vollendet bösartigen Kommentaren und sie preist den pointierten schwarzen Humor, hinter dem berührend die "nackte Verzweiflung" des Protagonisten aufscheint.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.11.2007

Als Drogenbuch, das in "seiner unaufgeregten Präzision" durchaus kompatibel mit William S. Burroughs "Junkie" ist, beschreibt Rezensent Jens-Christian Rabe diesen Roman, Fortsetzung von Edward St. Aubyns autobiografisch gefärbtem Roman einer schrecklichen Kindheit im dysfunktionalen Milieu der britischen Hocharistokratie. Im Zentrum steht ein inzwischen zweiundzwanzigjähriger britischer Adelsspross, der sich mit Drogenexzessen vom Trauma zu befreien versucht, das ihm sein gewalttätiger wie zynischer Vater zugefügt hat. Die Geschichte liest sich Rabes Beschreibung zufolge süffig, besonders der kalte, distanzierte Stil, in dem die Exzesse beschrieben sind, machen einigen Eindruck auf ihn. Allerdings ist die Komposition des Buchs ihm manchmal ein wenig zu eindimensional und mit der schaurigen Komplexität des ersten Teils "Schöne Verhältnisse" nicht ganz zu vergleichen.

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