Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Edward Shorter

Geschichte der Psychiatrie

Cover: Geschichte der Psychiatrie

Alexander Fest Verlag, Berlin 1999
ISBN-10 382860045X
ISBN-13 9783828600454
                         , 592 Seiten, 34,77 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Was ist Wahnsinn? Wie wurden Geisteskrankheiten im Lauf der Zeit wahrgenommen? Welche Behandlungsmethoden wurden angewandt? Edward Shorters "Geschichte der Psychiatrie" beantwortet diese Fragen auf ebenso spannende wie anschauliche Weise. Von ihren Anfängen in den finsteren Verliesen des 18. Jahrhunderts bis hin zu den diskret verborgenen Sanatorien unserer Tage verfolgt er die Entwicklung der Psychiatrie - und legt damit eine Kulturgeschichte der menschlichen Seele vor.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

Einen ausführlichen und wütenden Verriss hat Ludger Lütkehaus diesem Buch gewidmet, denn ihm zu Folge lässt der Autor weder die Antipsychiatrie der 60er und 70er Jahre noch überhaupt Psychoanalyse oder psychotherapeutisches Arbeiten dieser oder jener Richtung gelten: Freud sei unwissenschaftlich und gefährlich, die Analyse eine jüdische Erfindung für hysterische Jüdinnen. Ein weiterer "Lieblingsgegner" Shorters, so Lütkehaus, ist Foucault; und alle Arten und Abarten feministischer und antikapitalistischer Kritik sind ihm nur noch Hohn und Spott wert. Zwar sind nach Meinung des Autors in den alten Anstalten der Psychiatrie die "maximal invasiven Techniken" - sprich Lobotomie, Insulinkoma, Elektroschocks - auch nicht immer der vernünftigste Umgang mit dem Wahnsinn gewesen, aber durch die "Revolution der zweiten biologischen Psychiatrie", sprich Psychopharmakologie, sind und werden sie längst ersetzt und zusammen mit der hirnphysiologischen Diagnostik daher alle lösbaren Probleme auch lösen. Eine "Festschrift der Psychopharmakologie", empört sich Lütkehaus, der sich selbst durchaus kritisch zu Antipsychiatrie und Psychoanalyse stellt. Warum eine so ausführliche Beschäftigung mit Shorter, wenn sein Buch passagenweise zum reinen "Pamphlet" abgleitet? Offenbar, weil der Autor in ernstzunehmender Weise - bisher jedenfalls - in der Fachliteratur zitiert wird. Man ahnt: er repräsentiert einen Trend des Revisionismus und hätte vom Rezensenten hierzu gerne mehr gehört.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren