In seiner Handlung ein durchaus typischer Liebes- und Abenteuerroman des Barock, verfolgt der Jnsulanische Mandorell eine zweifache Darstellungsabsicht. Zum einen dient er der Unterhaltung, indem er eine lange Reihe von gefahrvollen und wunderlichen Episoden erzählt. Durch immer neue Seeunglücke, Entführungen und Überfälle gewinnt und verliert die weibliche Heldin, die sumatranische Prinzessin Podolla, zahlreiche Reisegefährten, die in unterschiedlichen Konstellationen und wechselnden Verkleidungen alten Feinden, Menschenfressern, Einsiedlern, wilden Tieren, vermeintlichen Gottheiten, Geistern und sogar dem Teufel selbst entgegentreten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.01.2008
Alexander Kosenina widmet sich begeistert Eberhard Werner Happels Abenteuerroman "Der Insulanische Mandorell" von 1682 und betont dabei, dass Vergnügen und Belehrung sich in der Barockzeit keineswegs ausschlossen. Der Roman enthalte nicht nur vornehmlich in der Südsee und auf dem Indischen Ozean spielende Episoden um tollkühne Prinzessinnen, die es mit allerlei gefährlichem Getier aufnehmen, teilt der Rezensent hingerissen mit. Zudem wird das Ganze unterfüttert mit geografischen Informationen, die sich absolut auf dem Wissenshorizont der Zeit befinden, so der Rezensent bewundernd. Die Titelfigur des Buches, Kapitän Mandorell, belehrt die Leser außerdem in einem 40-seitigen Diskurs über die Gattung des zu dieser Zeit noch um sein Ansehen kämpfenden Romans, der sich als die Übersetzung eines 1670 von Pierre-Daniel Huet verfassten Textes zur Romantheorie entpuppt, so Kosenina fasziniert, der betont, dass derlei im Barock keineswegs ein Urheberproblem darstellt.
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