Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Bis dass der Tod Euch scheidet - vom Wagnis der Zweisamkeit. Ist der liebende Mensch tatsächlich kaum mehr als ein "liebender Affe", wie es der "Spiegel" in einer spektakulären Titelgeschichte behauptete? Und wird die Institution Ehe eines Tages der Vergangenheit angehören? Eberhard Straub unternimmt einen Streifzug durch die Geschichte der Ehe und der Familie. Trotz stetig steigender Scheidungsraten, so lautet seine These, wird die Ehe auch in Zukunft weiterbestehen, denn noch immer zählt eine gelungene Ehe zu den größten Glückserwartungen des Menschen. Die Statistik weist Scheidungsraten in nie gekanntem Ausmaß aus, in den Großstädten dominieren die Single-Haushalte, und immer mehr Kinder werden außerehelich geboren oder erleben noch in ihrer Kindheit die Scheidung ihrer Eltern. Längst erklären Verhaltensforscher und Evolutionsbiologen die Ehe für ein Auslaufmodell der Geschichte: Der Mensch sei keineswegs zur Monogamie geschaffen; vielmehr habe er sich mit der Ehe eine Institution erfunden, für die er biologisch nicht disponiert sei. Aber sind Ehe und Familie wirklich nur gesellschaftliche Kunstprodukte, deren Auflösung unausweichlich ist?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.02.2006
Mit viel Sympathie hat Matthias Penzel dieses Buch eines Romantikers aufgenommen, der die Liebe und die Lust, die Ehe und die Treue für die wichtigste Voraussetzung eines gelungenen Lebens hält. Doch leider gebe Eberhard Straub nicht die Erklärung, die er verspricht, bedauert Penzel. Den Anfang und das Ende hält der Rezensent zwar für sehr starke, vor allem dann, wenn sie einen "willkommenen Kontrapunkt" zum Mediengetöse über steigende Scheidungsfälle und den "Sex im Zeitalter der Globalisierung". Doch leider lägen dazwischen fünf recht langatmige Kapitel über die Treue im Lauf der vergangenen zweitausend Jahre. Für Penzel stehen die nicht nur auf tönernen Füßen, sondern sind auch so interssant wie der "Geschichtsunterricht in der Mittelstufe".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2005
Ijoma Mangold ist beinahe gerührt von Eberhard Straubs "Das zerbrechliche Glück". Den Autor nennt er einen "konservativen Anarchisten", und er macht kein Hehl daraus, dass ein solcher sein Wohlgefallen genießt, zumal wenn er mit solch "elegantem", "gerne auch maliziös-scharfem Essaystil" daherkommt. Was also will Straub? Er will die Ehe retten. Einerseits vor dem "kruden Biologismus", der seine Mär von der Optimierung des Genpools an den Gesetzen des Marktes orientiert. Zum anderen jedoch auch vor prüdem Puritanismus. So schrieb er also eine "kluge, gelassene und zugleich kämpferische Apologie der Liebe", zumindest in Mangolds Sicht, eine Verortung der Institution Ehe zwischen Biologie und Naturalismus. Das Wesentliche der Ehe, referiert Mangold Straubs An- und Einsichten, ist "ein Moment der Zivilisierung und Selbstveredelung": der Mensch folgt einer "Herzensregung", also seiner Freiheit, und gewinnt dadurch zusätzliche Freiheit: die nämlich, "gesellschaftliche Vereinnahmungen abzuweisen". Auch die Gestaltung des Buches durch den Verlag hat es dem Rezensenten angetan.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2005
So richtig zufriedenstellend findet Julia Voss dieses Buch, das nach eigenen Angaben für die Ehe eintreten will, nicht. Der Autor Eberhard Straub bietet nach einem "ratgeberhaften Versprechen" zu Beginn, die Ehe verteidigen zu wollen, nämlich zunächst einen geschichtlichen Abriss dieser Institution, und auch wenn die Rezensentin das soweit in Ordnung findet, sind ihr die Verschränkung von "Ideen- und Sozialgeschichte" hier zu "leichtfertig" und irgendwie auch zu "flapsig" geraten. Während der Autor seine Erkenntnisse vor allem aus Texten ziehe, habe die "gelebte Wirklichkeit" sich doch häufig von den theoretischen Idealen unterschieden, merkt die Rezensentin an. Zudem ist ihr auch die unterschiedliche Perspektive von Mann und Frau auf die Institution Ehe nicht deutlich genug dargestellt, denn Straub benennt sie zwar, interessiert sich aber nicht dafür, wie sie moniert. Schließlich fragt sie sich am Ende der Lektüre, was denn eigentlich aus der historischen Betrachtung der Ehe für die heutigen Leser folgen soll und sie vermisst das "Argument". Im Grunde plädiert der Autor in seinem Buch nicht wirklich überzeugend für die Ehe, sondern eher "für die Liebe allgemein", so Voss unzufrieden. Und dafür, meint sie, sei doch ohnehin eher die Literatur als das "Sachbuch" zuständig.
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