Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dziga Vertov

Dziga Vertov: Tagebücher - Arbeitshefte

UVK Medien Verlagsges., Konstanz 2000
ISBN-10 3896692844
ISBN-13 9783896692849
Broschiert, 274 Seiten, 22,50 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Thomas Tode und Alexandra Gramatke. Dziga Vertov, Avantgardist und erster Theoretiker des Dokumentarfilms, zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Filmgeschichte. Seine Tagebücher und Arbeitshefte verbinden spannungsreich Filmtheorie und Autobiografie und geben Auskunft über die verdeckten Mechanismen der Repression eines Künstlers. Die Aufzeichnungen enthalten zahlreiche, bisher zensierte Passagen und über 200 zum großen Teil unveröffentlichte Fotos. Eine ausführliche Bio-Filmografie sowie erklärende Fußnoten erleichtern den Zugang zu diesem Klassiker des Dokumentarfilms.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2001

Dziga Vertov, der 1898 als David Abelewitsch Kaufman im russisch-polnischen Bialystok geboren wurde und 1954 in Moskau starb, war ein bedeutender Regisseur der russischen Avantgarde, erzählt Hans-Jörg Rother. Bedeutend, verkannt und von Vielen vergessen. Erst die Öffnung der russischen Archive Anfang der neunziger Jahre ermöglichte es Sergej Drobaschenko, dem Sachverwalter sämtlicher Vertov-Ausgaben, den Nachlass des Regisseurs zu erweitern. Der Rezensent ist erfreut darüber, dass Thomas Tode und Alexandra Gramatke Vertovs Tagebücher und Arbeitshefte übersetzt und mit vielen hilfreichen Fußnoten versehen haben. Und auch die Gestaltung des Bandes durch Studenten der Hamburger Hochschule für bildende Künste findet bei Rother Anklang. Das Buch hält er für eine Bereicherung der Darstellung über die russische Avantgarde. Es entspricht in Gestaltung und Inhalt der Arbeits- und Aufbruchstimmung des Querdenkers Vertov, lobt der Rezensent.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.11.2000

Natascha Drubek-Meyer bedauert, dass gerade so eine Publikation wie die Rekonstruktion der Arbeits- und Tagebücher des russischen Filmdokumentaristen Vertov nicht als CD-Rom erschienen ist: wie schön hätte man die Parallelität der Arbeitshefte dokumentieren, per Mausklick Aufsätze oder Filmausschnitte abrufen können. Ansonsten eine überaus lobenswerte Arbeit, meint Drubek-Meyer, für die die Herausgeber gründlich in den Archiven geforscht hätten. Vertov, der Erfinder der kompilierten Wochenschau, hatte seine große Zeit in den 20er Jahren, erläutert Drubek-Meyer, noch bevor Stalin ein "Rotes Hollywood" favorisierte. Er war der nicht narrativen Methode verpflichtet, lehnte Drehbücher ab und entwickelte zahlreiche Genres und Begriffe, die Film-Geschichte machen sollten: am bekanntesten sei wohl, so die Rezensentin, sein Konzept des "Kamera-Auges" geworden, auf das auch Deleuze Bezug nehme. Den Stalinisten galt er als formalistisch, dennoch überlebte Vertov die Zeit der großen Schauprozesse - als Cutter einer Nachrichtensendung. Register, Bio-Filmographie, Blibliographie, ein Verzeichnis aller Filme und Rundfunksendungen über Vertov befinden sich - auch diesbezüglich keine Enttäuschung für Drubek-Meyer - im Anhang.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren