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Dziga Vertov
Dziga Vertov: Tagebücher - Arbeitshefte
Klappentext
Herausgegeben von Thomas Tode und Alexandra Gramatke. Dziga Vertov, Avantgardist und erster Theoretiker des Dokumentarfilms, zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Filmgeschichte. Seine Tagebücher und Arbeitshefte verbinden spannungsreich Filmtheorie und Autobiografie und geben Auskunft über die verdeckten Mechanismen der Repression eines Künstlers. Die Aufzeichnungen enthalten zahlreiche, bisher zensierte Passagen und über 200 zum großen Teil unveröffentlichte Fotos. Eine ausführliche Bio-Filmografie sowie erklärende Fußnoten erleichtern den Zugang zu diesem Klassiker des Dokumentarfilms.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2001
Dziga Vertov, der 1898 als David Abelewitsch Kaufman im russisch-polnischen Bialystok geboren wurde und 1954 in Moskau starb, war ein bedeutender Regisseur der russischen Avantgarde, erzählt Hans-Jörg Rother. Bedeutend, verkannt und von Vielen vergessen. Erst die Öffnung der russischen Archive Anfang der neunziger Jahre ermöglichte es Sergej Drobaschenko, dem Sachverwalter sämtlicher Vertov-Ausgaben, den Nachlass des Regisseurs zu erweitern. Der Rezensent ist erfreut darüber, dass Thomas Tode und Alexandra Gramatke Vertovs Tagebücher und Arbeitshefte übersetzt und mit vielen hilfreichen Fußnoten versehen haben. Und auch die Gestaltung des Bandes durch Studenten der Hamburger Hochschule für bildende Künste findet bei Rother Anklang. Das Buch hält er für eine Bereicherung der Darstellung über die russische Avantgarde. Es entspricht in Gestaltung und Inhalt der Arbeits- und Aufbruchstimmung des Querdenkers Vertov, lobt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.11.2000
Natascha Drubek-Meyer bedauert, dass gerade so eine Publikation wie die Rekonstruktion der Arbeits- und Tagebücher des russischen Filmdokumentaristen Vertov nicht als CD-Rom erschienen ist: wie schön hätte man die Parallelität der Arbeitshefte dokumentieren, per Mausklick Aufsätze oder Filmausschnitte abrufen können. Ansonsten eine überaus lobenswerte Arbeit, meint Drubek-Meyer, für die die Herausgeber gründlich in den Archiven geforscht hätten. Vertov, der Erfinder der kompilierten Wochenschau, hatte seine große Zeit in den 20er Jahren, erläutert Drubek-Meyer, noch bevor Stalin ein "Rotes Hollywood" favorisierte. Er war der nicht narrativen Methode verpflichtet, lehnte Drehbücher ab und entwickelte zahlreiche Genres und Begriffe, die Film-Geschichte machen sollten: am bekanntesten sei wohl, so die Rezensentin, sein Konzept des "Kamera-Auges" geworden, auf das auch Deleuze Bezug nehme. Den Stalinisten galt er als formalistisch, dennoch überlebte Vertov die Zeit der großen Schauprozesse - als Cutter einer Nachrichtensendung. Register, Bio-Filmographie, Blibliographie, ein Verzeichnis aller Filme und Rundfunksendungen über Vertov befinden sich - auch diesbezüglich keine Enttäuschung für Drubek-Meyer - im Anhang.
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