Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dora Horvath

Bitte recht weiblich

Frauenleitbilder in der deutschen Zeitschrift Brigitte

Cover: Bitte recht weiblich

Chronos Verlag, Zürich 2000
ISBN-10 3905313626
ISBN-13 9783905313628
Gebunden, 362 Seiten, 32,72 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Was ist eigentlich eine moderne Frau? Wie verändern sich Frauenleitbilder im Zuge der Nachkriegsentwicklung? Die Frauenzeitschrift "Brigitte" ist eine aufschlussreiche Quelle, um diesen Fragen nachzuspüren. Eingebettet in eine Theorie des sozialen Wandels, untersucht die Studie anhand von Modefotografien sowie Texten zu Liebe und Partnerschaft, welche Deutungen von Weiblichkeit die Zeitschrift ihren Leserinnen vermittelt. Die glückstrahlende Hausfrau ist bis zum Ende der 60er Jahre die moderne Frau schlechthin. Bis zur ersten Hälfte der 60er Jahre steht "Brigitte" der Wachstums- und Fortschrittsgesellschaft mit der ihr zugrunde liegenden Geschlechterordnung ungebrochen positiv gegenüber. Erst in den 70er Jahren macht sich auch hier eine vielschichtige Skepsis breit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2001

Nathalie Jacoby ist offenkundig enttäuscht vom Erkenntnisgewinn dieser Studie über die Frauenzeitschrift "Brigitte". Zum einen missfällt ihr der akademische Stil, über den die poppige Aufmachung dieses Buches nur oberflächlich hinwegtäuschen kann. Zum anderen findet sie die Herangehensweise der Autorin zwar formell korrekt, aber eben zu vorhersehbar - deshalb ist das Ergebnis ihrer Forschungsarbeit etwas langweilig. Jacoby vermisst eine stärkere Auseinandersetzung mit den inneren Widersprüchen der Zeitschrift. So bleibt am Schluss offen, was eigentlich das besondere an dieser Zeitschrift sein soll - es "lassen sich keine Rückschlüsse auf die Eigenständigkeit des Frauenbildes der 'Brigitte' ziehen".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.03.2001

Es ist doch immer wieder dasselbe! Zwar lässt uns Sabine Vogel nicht wissen, ob es sich bei "Bitte recht weiblich!" um eine Dissertation handelt, aber solches ist fast anzunehmen, wenn sie schreibt, die Autorin möge sich doch bitte "ihre Quelle als Vorbild nehmen" - was die Lesbarkeit angeht, nicht die Inhalte, die Horvath nachvollziehbar, aber in schlecht lesbarem Deutsch analysiert habe. Vogel bemängelt "endlose Fußnoten", in denen wichtige Informationen versteckt seien; die unpräzise Floskelhaftigkeit der wissenschaftlichen Sprache, die "mehr behauptet als belegt". Dennoch findet Vogel die Untersuchung des gewandelten Frauenleitbildes äußerst "verdienstvoll" - von der Mutter- und Gattinnenrolle der 50er Jahre über die feministisch angehauchte Zeit der 70er bis hin zum Leitbild der berufstätigen Frau heute. Auch an den Modestrecken, so Vogel, lasse sich diese Wandlung ablesen: vom Modediktat zum Nebeneinander verschiedenster Stilrichtungen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2000

Der Titel dieser Schweizer Dissertation "Bitte recht weiblich!" verweist laut Birgit Weidinger etwas ironisch auf das "Chamäleonhafte" des Weiblichkeitsbegriffs, den die deutsche Frauenzeitschrift über die Jahre 1949 bis 1982 durchgespielt hat: die Frau sollte alles verkörpern, mal die züchtige Hausfrau, mal den Vamp, mal die erfolgreiche Karrierefrau, mal die konsequente Aussteigerin. Allerdings ist "Brigitte" erst ab den 70er Jahren daran gegangen, ein komplexeres Bild von moderner Weiblichkeit zu entwerfen, in das auch Emanzipationsstrategien Einzug gehalten haben, berichtet Weidinger. Aus diesem Grunde klaffen ab diesem Zeitpunkt auch der redaktionelle und der Modeteil der "Brigitte" auseinander, so Weidinger: während in der Modestrecke erfolgreiches weibliches Handeln nach wie vor über Sexualität definiert wird, hat sich der inhaltliche Teil von biologistischen Zuschreibungen gelöst. Gerade diese Doppelstrategie, vermutet die Rezensentin unabhängig vom Buch, sei wiederum Bestandteil des wirtschaftlichen Erfolgs von Frauenzeitschriften wie "Brigitte".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren