Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dieter Segert

Das 41. Jahr

Eine andere Geschichte der DDR

Cover:  Das 41. Jahr

Böhlau Verlag, Wien 2008
ISBN-10 3205781546
ISBN-13 9783205781547
Gebunden, 284 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Auf Basis seiner damaligen Aufzeichnungen schildert ein Akteur der politischen Wende von 1989 die Ankunft der DDR im neuen alten Deutschland im 41. Jahr ihres Bestehens. "Erste erfolgreiche deutsche Revolution" werden die Ereignisse jenes Herbstes genannt. Allerdings wird heute fast immer aus der Sicht des 3. Oktober1990 über sie berichtet, ihr nationales Moment wird so überzeichnet. Anderes wurde vergessen. Wir wissen heute vieles über die Ausreisenden und die großen Demonstrationen des Herbstes, weniger bekannt ist der Mythos vom "41. Jahr", der vom Traum von einer anderen DDR erzählt, die wirklich demokratisch wäre, und von denen, die sich dafür engagierten. Die Geschichte wird aus der Sicht eines der Beteiligten erzählt. Dieter Segert, Politikwissenschaftler und Osteuropaexperte an der Universität Wien, gehörte damals zu einer SED-Basisgruppe an der Humboldt-Universität. Er zeigt anhand von Ereignissen und Aktivitäten, dass ohne diese Reformer aus der Staatspartei der Wandel des Systems anders verlaufen wäre. Die alte DDR war eine Diktatur, aber wie funktionierte sie? Politisch wurde sie vor allem von der Zustimmung der Mitgliedschaft der SED getragen. Der friedliche Wandel wurde erst möglich, als sich auch die SED-Basis von den Parteioberen zu lösen begann. Von den vergessenen Reformern des 41. Jahres zu erzählen, lässt den demokratischen Pioniergeist jener Zeit entdecken. Die Geschichte des Wandels der Humboldt-Universität zwischen 1989 und 1991 kann auch als Lehrstück für demokratische Emanzipation in schwieriger Zeit verstanden werden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.11.2008

Ausgesprochen erhellend fand Rezensent Gunter Hofmann diese nachdenkliche und selbstreflexive DDR-Geschichte aus der Sicht eines ehemaligen SED-Mitglieds. Denn Dieter Segert ist aus Sicht des Rezensenten das "komplizierte Kunststück" gelungen, den "eigenen Blindheiten und Fehlern" nachzuspüren und das "Erwachen des Widerstandsgeistes" innerhalb der tragenden politischen Klasse der DDR deutlich zu machen, die zur Erosion der Machtverhältnisse im Jahr 1989, dem titelgebenden 41. Jahr seit Gründung der DDR, führte. Aber auch die ganz und gar unlarmoyante Bilanzierung der eigenen Schwäche beeindruckt den Rezensenten sehr. Bedenkenswert findet er auch Überlegungen des Autors zu einer Reform der DDR als Alternativen zur Wiedervereinigung.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren