Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dieter Schenk

Hitlers Mann in Danzig

Gauleiter Forster und die NS-Verbrechen in Danzig-Westpreußen

Cover: Hitlers Mann in Danzig

J. H. W. Dietz Nachf. Verlag, Bonn 2000
ISBN-10 3801250296
ISBN-13 9783801250294
Gebunden, 351 Seiten, 22,50 EUR

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Klappentext

Erstmalig liegt eine Biografie über Albert Forster vor, der zwischen 1930 und 1945 Gauleiter von Danzig war. Als Günstling Hitlers erhielt Forster eine Sclüsselposition, um Danzig "heim ins Reich" zu führen und die nationalsozialistische Expansionspolitik vorzubereiten. Dieter Schenk hat in seiner spannend geschriebenen Biografie neues Archivmaterial auswerten können. Er weist nach, dass von 1701 namentlich bekanntgewordenen Tatverdächtigen, die an Massenmorden beteiligt waren, lediglich zehn im Nachkriegsdeutschland bestraft wurden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2000

Geteilter Meinung zeigt sich Klaus A. Lankheit über dieses Buch. Denn einerseits ist es Schenk durchaus gelungen, wie der Rezensent anmerkt, das Versprechen aus dem Klappentext (`Einzelheiten aus dem Leben Forsters`) einzulösen und auch die Verbrechen, die unter Forster als Gauleiter von Danzig-Westpreußen begangen wurden, "detailliert" aufzulisten. Auch habe Schenk viele der Täter, die an der Ermordung psychisch Kranker und Juden und vielen anderen Verbrechen beteiligt waren, mit Namen genannt. Lankheit bemängelt jedoch an der Studie, dass sich die Persönlichkeit Forsters nicht wirklich erschließe. Darüber hinaus bleiben, wie er findet, wichtige Aspekte in der Darstellung weitgehend unberücksichtigt. Als Beispiel dafür nennt er u. a. Forsters Rolle während der Entwicklung der NSDAP zur Massenpartei oder den Konflikt zwischen Forster und Himmler bei der `Eindeutschung`. Geradezu ärgerlich findet der Rezensent Schenks Anklage der bundesdeutschen Justiz in den fünfziger und sechziger Jahren, weil der Autor dabei den damals "geringen Kenntnisstand (...) über Wesen und Organisation des nationalsozialistischen Systems" nicht berücksichtigt habe. Dabei hat es Schenk, so Lankheit, seinerseits versäumt, heute zugängliche Quellen zu diesen Gerichtsverfahren heranzuziehen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2000

Friedeman Bedürftig lobt diesen Band in den höchsten Tönen. So hält er es für ausgesprochen sinnvoll und erkenntnisreich, einen Blick auf die "zweite Täter-Reihe" zu werfen, nicht zuletzt, um Hitler selbst genauer zu beleuchten. Besonderes Verdienst des Autors sei es jedoch vor allem, Licht in das bisher ungeklärte Verbleiben Forsters zu bringen. Schenk, einem ehemaligen BKA-Mitarbeiter, sei zu verdanken, dass man nun endlich wisse, wann und unter welchen Umständen Forster hingerichtet worden sei. Ansonsten widme sich Schenk ausführlich dem Leben Forsters, dessen Hitler-Begeisterung der Autor anschaulich nachzeichne vermag. Bedürftig hebt vor allem Schenks Bemühen hervor, den von Forster veranlassten Massenmorden im KZ Stutthof genauer auf die Spur zu kommen, einem Thema, das der Rezensent bisher nicht ausreichend aufgearbeitet sah. Einige kleine Fehler, auf die Bedürftig allerdings nicht näher eingeht, können seiner Ansicht nach ohne Probleme in einer späteren Auflage behoben werden.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Sehr angetan ist Ulrich Schlie von dieser wissenschaftlichen Biographie, deren Materialfülle er lobt, und die er für gleichermaßen lesbar wie lesenswert hält. Schlie stellt fest, dass in Schenks Studie die Person Forsters zeitweise aus dem Blick gerät, was er auf die zugrunde liegenden Quellen, vornehmlich Prozeßakten, zurückführt und wofür er Verständnis äußert. Diesen Mangel sieht er jedoch durch den flüssigen Stil und die durch Belege abgesicherten, beherzten Urteile des Autors mehr als ausgeglichen. Besonders gelungen findet Schlie die Passagen der Arbeit, in der Schenk mit "detektivischem Gespür" die letzten Kriegstage in Danzig und die unermüdliche Propagandatätigkeit von Albert Forster rekonstruiert.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren