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Klappentext
Erstmalig liegt eine Biografie über Albert Forster vor, der zwischen 1930 und 1945 Gauleiter von Danzig war. Als Günstling Hitlers erhielt Forster eine Sclüsselposition, um Danzig "heim ins Reich" zu führen und die nationalsozialistische Expansionspolitik vorzubereiten. Dieter Schenk hat in seiner spannend geschriebenen Biografie neues Archivmaterial auswerten können. Er weist nach, dass von 1701 namentlich bekanntgewordenen Tatverdächtigen, die an Massenmorden beteiligt waren, lediglich zehn im Nachkriegsdeutschland bestraft wurden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2000
Geteilter Meinung zeigt sich Klaus A. Lankheit über dieses Buch. Denn einerseits ist es Schenk durchaus gelungen, wie der Rezensent anmerkt, das Versprechen aus dem Klappentext (`Einzelheiten aus dem Leben Forsters`) einzulösen und auch die Verbrechen, die unter Forster als Gauleiter von Danzig-Westpreußen begangen wurden, "detailliert" aufzulisten. Auch habe Schenk viele der Täter, die an der Ermordung psychisch Kranker und Juden und vielen anderen Verbrechen beteiligt waren, mit Namen genannt. Lankheit bemängelt jedoch an der Studie, dass sich die Persönlichkeit Forsters nicht wirklich erschließe. Darüber hinaus bleiben, wie er findet, wichtige Aspekte in der Darstellung weitgehend unberücksichtigt. Als Beispiel dafür nennt er u. a. Forsters Rolle während der Entwicklung der NSDAP zur Massenpartei oder den Konflikt zwischen Forster und Himmler bei der `Eindeutschung`. Geradezu ärgerlich findet der Rezensent Schenks Anklage der bundesdeutschen Justiz in den fünfziger und sechziger Jahren, weil der Autor dabei den damals "geringen Kenntnisstand (...) über Wesen und Organisation des nationalsozialistischen Systems" nicht berücksichtigt habe. Dabei hat es Schenk, so Lankheit, seinerseits versäumt, heute zugängliche Quellen zu diesen Gerichtsverfahren heranzuziehen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2000
Friedeman Bedürftig lobt diesen Band in den höchsten Tönen. So hält er es für ausgesprochen sinnvoll und erkenntnisreich, einen Blick auf die "zweite Täter-Reihe" zu werfen, nicht zuletzt, um Hitler selbst genauer zu beleuchten. Besonderes Verdienst des Autors sei es jedoch vor allem, Licht in das bisher ungeklärte Verbleiben Forsters zu bringen. Schenk, einem ehemaligen BKA-Mitarbeiter, sei zu verdanken, dass man nun endlich wisse, wann und unter welchen Umständen Forster hingerichtet worden sei. Ansonsten widme sich Schenk ausführlich dem Leben Forsters, dessen Hitler-Begeisterung der Autor anschaulich nachzeichne vermag. Bedürftig hebt vor allem Schenks Bemühen hervor, den von Forster veranlassten Massenmorden im KZ Stutthof genauer auf die Spur zu kommen, einem Thema, das der Rezensent bisher nicht ausreichend aufgearbeitet sah. Einige kleine Fehler, auf die Bedürftig allerdings nicht näher eingeht, können seiner Ansicht nach ohne Probleme in einer späteren Auflage behoben werden.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Sehr angetan ist Ulrich Schlie von dieser wissenschaftlichen Biographie, deren Materialfülle er lobt, und die er für gleichermaßen lesbar wie lesenswert hält. Schlie stellt fest, dass in Schenks Studie die Person Forsters zeitweise aus dem Blick gerät, was er auf die zugrunde liegenden Quellen, vornehmlich Prozeßakten, zurückführt und wofür er Verständnis äußert. Diesen Mangel sieht er jedoch durch den flüssigen Stil und die durch Belege abgesicherten, beherzten Urteile des Autors mehr als ausgeglichen. Besonders gelungen findet Schlie die Passagen der Arbeit, in der Schenk mit "detektivischem Gespür" die letzten Kriegstage in Danzig und die unermüdliche Propagandatätigkeit von Albert Forster rekonstruiert.
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