Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dieter Roth

Gesammelte Interviews

Verlag der Buchhandlung Walther König, London/Köln 2002
ISBN-10 3980683737
ISBN-13 9783980683739
Gebunden, 648 Seiten, 39,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Barbara Wien. Dieter Roth (1930--1998) war zu seinen Lebzeiten eher ein Künstler für Künstler, den die breite Öffentlichkeit kaum wahrnahm. Bei Kennern gilt er als einer der bedeutendsten und einflußreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Auf der diesjährigen documenta 11 wird er mit dem Raum "Tischruine" und der Videoarbeit "Soloszenen" vertreten sein. Das Buch "Gesammelte Interviews" enthält teils aus entlegensten Stellen zusammengetragene publizierte und unpublizierte Interviews von Dieter Roth: 36 Gespräche aus den Jahren 1958 bis 1998...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.07.2003

Dorothea Baumer ist außerordentlich beeindruckt von diesen zwischen 1958 und 1998 entstandenen Interviews mit dem Künstler Dieter Roth. "Mitreißend in ihrer Unbedingtheit" ziehen sie den Leser in einen "Strudel der Aufgewühltheit und der lapidaren Erkenntnisse", schwärmt Baumer. Sie hat hier Einblick erhalten in das "Denk- und Empfindungslabyrinth" des 1998 verstorbenen Künstlers. Roth, so schreibt sie, hasste Stillstand und wollte 'weg von der Vortäuschung des Wichtigen und Schönen' (Roth). Sein Motto "Zeigen, was ist" beschreibt eine Wahrheitssuche, die auch vor der eigenen Person nicht Halt machte. "Nicht hehre Ideale, sondern Ehrgeiz und Konkurrenzneid gehören zu den stärksten Impulsen seiner Produktion", weiß Baumer jetzt. Als Beispiel nennt sie die Literaturwürste - Romane von Böll oder Grass, die Roth zerschnipselt und gewürzt in Naturdärme gestopft hatte. Alles in allem zeichnen diese Interviews Roths Lebenskurve nach und sind zugleich eine Bilanz seiner künstlerischen Entwicklung, versichert unsere faszinierte Rezensentin.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.01.2003

Laut Wolfgang Müller war der Schweizer Künstler Dieter Roth - wenn auch unbeabsichtigt - ein früher Vorläufer der Popliteratur, nur viel interessanter, kompromissloser und eigensinniger. Leider wusste dies in den siebziger Jahren niemand zu schätzen, und so landete sein Werk "Frühe Schriften und typische Scheiße" als Ramschware in den Grabbelkisten. Heute, behauptet Müller, wird das Buch in Antiquariaten für stolze hundert Euro gehandelt. Mit Genugtuung hat Müller daher Barbara Wiens Interview-Sammlung gelesen. Die Herausgeberin habe die Gespräche mit Roth als eigenständige Kunstwerke angesehen, und für Müller sind sie dies auch. Roth plaudere, philosophiere, dichte und stammele über den Kunst- und Kulturbetrieb und nehme den Leser auf eine überaus lebendige Reise mit, auf der man allen Neurosen und Eitelkeiten von Künstlern, Verlegern und Finanziers begegnen könne. Übrigens auch zu Roths eigenen, der auch dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangte, dass er einmal eine Beuys-Installation zertreten habe.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren