Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dieter Kühn

Geheimagent Marlowe

Roman eines Mordes

Cover: Geheimagent Marlowe

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN-10 3100415108
ISBN-13 9783100415103
Gebunden, 264 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

England im elisabethanischen Zeitalter: Der Dichter Christopher Marlowe wird vom Geheimdienst angeworben, um aus Frankreich über feindliche Aktivitäten zu berichten. Versehen mit einer falschen Identität und einem in unsichtbarer Tinte ausgestellten Kreditbrief wird er nach Paris geschickt, wo er nach Kneipenschlägereien und amourösen Abenteuern allerdings schnell auffliegt und zum Doppelagenten umgedreht wird. Zurück in England erwartet ihn wegen Landesverrats die Liquidierung. Gelingt der verwegene Plan, seinen Tod vorzutäuschen, sich nach Irland abzusetzen und undercover neue Theaterstücke zu schreiben?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.11.2008

Understatement und Trockenheit bescheinigt Rezensentin Hilal Sezgin Dieter Kühns Krimi über den bis heute ungeklärten Mord an dem elisabethanischen Dramatiker Christopher Marlowe. Das historische Bild, das sein Roman aus fiktiven Geheimdienstakten, Verhören und Geständnissen entstehen lasse, erinnert sie allerdings auch stark an Raymond Chandlers Detektiv Marlowe. Dabei scheint es eine Qualität zu sein, dass Kühn hier nicht allzu forciert eine historische Kulisse erschreibt, und doch dazu beiträgt, die Ehre des historischen Romans auf dem Feld der Kriminalliteratur höchst ehrenhaft zu verteidigen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2007

Gegen die Falschheit technischer Details in diesem Buch will Rezensent Tobias Döring gar nichts sagen. Im historischen Roman, meint er, geht?s um anderes. Historie und Gegenwart aneinander zu messen etwa. Christopher Marlowe und seine Geschichte erscheint ihm da zeitgemäß interessant. Leider vermag Dieter Kühns "biederer Zettelkasten" Dörings Neugier ganz und gar nicht zu stillen. Unter den Händen des Autors gerät das "suggestive Material" zum "Aktenbündel". Den Leser selbst auf Spurensuche zu schicken, hält Döring dabei für gar keine so schlechte Idee. Schade bloß, dass Kühn dem eigenen Kompositionsansatz nicht traut und kommentiert und paraphrasiert, was das Zeug hält. Döring geht das mächtig auf die Nerven. Sicherlich auch deshalb, weil er dem Autor bis zum Ende bei der Suche nach Tonfall und Rhythmus zuschauen muss. Gefunden, warnt Döring, hat er beides nicht.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.07.2007

Recht angetan zeigt sich Rezensent Christian Semler von Dieter Kühns in der Zeit Elisabeths I. angesiedeltem Roman "Geheimagent Marlowe". Der aus fingierten Dokumenten bestehende Roman um Christopher Marlowe, einen Tragödiendichter, Zeitgenossen Shakespeares und Geheimagenten der britischen Krone, scheint ihm nicht nur spannend, sondern auch "vergnüglich". Die Konstruktion eines Spannungsfelds zwischen dem Dichter, seinen Geheimdienstkollegen, der rivalisierenden Truppe des französischen Geheimdienstes und der Leitung des Secret Service in London hält er für überaus gelungen. Lobend äußert er sich zudem über die Vertrautheit des Autors mit der elisabethanischen Welt sowie den Verzicht auf eine historisierende Renaissance-Kunstsprache. Außerdem scheint ihm die Atmosphäre der permanenten Angst vor einem terroristischen Anschlag auf die Königin überzeugend eingefangen. Ein Punkt, der ihn an die gegenwärtige Situation erinnert. Daher will er den Roman nicht nur als historischen betrachten, denn mit seiner Hilfe lasse sich die heutige Atmosphäre besser verstehen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren