Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Wird es bald keine Büchereien mehr geben, in denen Leseratten stöbern, keine Buchhandlungen, in denen in farbiger Pracht die Noviktäten ausliegen? Wird das alles Schnee von gestern sein, weil man jedes Leseerlebnis per Mausklick auf den Schirm kriegt? Nein, so wird es nicht kommen - und Dieter E. Zimmer erklärt in seinem neuen Buch, warum die Printmedien bestehen bleiben müssen und werden. Dies ist ein sehr praktisches Buch, das hinter die Kulissen der schönen neuen Medienwelt blickt, über ihre Chancen und Gefahren informiert und sogar mit "Tipps und Tricks" aufwartet.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.09.2000
Erfreut über die Entdeckungsreisen des leidenschaftlichen Lesers und Schreibers Dieter E. Zimmer in die digitalisierte Welt der "Schrift, Literatur und Bibliotheken" bespricht Thomas Gohlis diesen Band. Es ist eine Sammlung erweiterter und für die Buchausgabe neu überarbeiteter Essays, die der Autor seit Jahren immer wieder zum Stand der Entwicklung in der "Zeit" veröffentlicht hat. "Ebenso kenntnisreiche wie nüchterne" Beschreibungen der "elektronischen Lese- und Schreibkultur", so Gohlis, hat der Autor hier vorgelegt und sie mit vielen Zahlen aus "seltenen und manchmal seltsamen Untersuchungsergebnissen" gespickt: z.B. erwähne er, dass man laut einer amerikanischen Studie pro Wochenstunde Internet-Benutzung "um 0,5 Prozent einsamer und um 1 Prozent depressiver" wird. Gohlis lobt den dennoch vor allem pragmatischen und durchaus oft positiven Umgang Zimmers mit den neuen Medien und seine Tipps, beispielsweise an Produktmanager von CD-Roms, die darauf abzielen, Nervenschäden für die Benutzer zu mindern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2000
Eine "vernünftige Stimme" zwischen den vielen "luftigen Hypertext-Theoretikern" sei Dieter E. Zimmer, findet Rezensent Johan Schloemann. Trotzdem widmet er viele kostbare Zeilen seiner kurzen Kritik nicht dem Buch, das er offensichtlich gern las, sondern den verschiedenen Computer-Freak-Kategorien. Haben Zimmers Texte ihn zu diesen Reflexionen angeregt oder das Computerzeitalter an sich? Die Titel von Zimmers versammelten Texten zu verschiedenen Fragen dieser Epoche werden kurz erwähnt, aber leider nicht weiter erläutert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2000
Peter Haber begrüßt es sehr, dass hiermit ein Buch über das Internet vorliegt, das nicht "von Technikern für Techniker" geschrieben wurde, sondern eher das Augenmerk auf die Veränderungen wirft, die das Internet - besonders im kulturellen Kontext - mit sich bringt. So gehe der Autor in seinen facettenreichen Betrachtungen unter anderem auf die Frage ein, was für Auswirkungen die "digitale und körperlose" Lektüre auf das Leseverhalten ausübt oder auf das visuelle Gedächtnis, das bei der Erinnerung an Gelesenes eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Darauf gibt Zimmer, wie der Rezensent anmerkt, zwar keine "abschließenden Antworten", allerdings rege die Lektüre durchaus zu fortführenden Überlegungen an. Zwar hat Haber auch einige fachliche Fehler bei technischen Fragen aufgespürt, doch hält er diese nicht für so schwerwiegend, dass die Qualität des Buchs darunter leiden würde. Lediglich den Aufbau des Buchs findet er ernsthaft kritikwürdig, weil sich ihm die Logik dabei nicht recht erschließt. Um so begeisterter zeigt sich Haber von der angefügten und kommentierten Linksammlung, die der Rezensent für äußerst hilfreich hält, und die seiner Ansicht nach die große Kenntnis des Autors zur Thematik deutlich macht. Dass diese Liste sich schnell überholt, sei nicht weiter schlimm. Denn "die jeweils aktuelle Version" könne man unter www.zeit.de/digbib jederzeit im Internet abrufen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2000
Bernd Graff weist zunächst darauf hin, dass sich der Autor hier weniger mit dem Verhältnis von Text und Schrift befasst, als vielmehr mit den Problemen der Rezipienten angesichts des Übermaßes an Informationen im Internet. Zimmer geht es vor allem um die Frage, wie das an sich hervorragende Informationsangebot überhaupt bewältigt werden kann, zeigt Schwächen auf bei der Präsentation und Aufbereitung der Inhalte im Internet, erläutert die wichtigsten Begriffe und einen sinnvollen Einsatz von Suchmaschinen, so Graff. Dabei sei Zimmer ein "wunderbar zu lesendes und ausgezeichnet argumentierendes Kompendium" gelungen, in dem er nach Graffs Ansicht nicht nur klug reflektiert, sondern auch mit Umsicht "auf die Gegenwart" blickt und auch mögliche zukünftige Entwicklungen skizziert.
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