Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Die Adresse des Mediums

DuMont Verlag, Köln 2001
ISBN-10 3770156129
ISBN-13 9783770156122
Kartoniert, 282 Seiten, 20,35 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Herausgegeben von Stefan Andriopoulos, Gabriele Schabacher und Eckhard Schumacher. Von Medien sprechen wir alle: Kommunikationsmedien oder Massenmedien, Wahrnehmungs- und Speichermedien, Analog- und Digitalmedien. Wie aber lassen sie sich beschreiben? Wo lassen sie sich verordnen? Internet, E-Mail und andere elektronische Medien lösen räumlich bestimmbare Adressen im Informationsraum des global village auf. Gleichzeitig entsteht jedoch eine neue elektronische Adressenordnung. Die Adresse des Mediums diskutiert Medien als Effekte und Bedingungen von Adressierbarkeit in kulturwissenschaftlicher, historischer und kulturvergleichender Hinsicht. Aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen beleuchten die Beiträge die technischen und die soziokulturellen Veränderungen und bündeln die medientheoretischen Debatten der letzten Jahre.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.01.2002

In einer Sammelrezension bespricht Sebastian Handke die drei ersten Bände der beim DuMont-Verlag herausgegebenen Reihe "Mediologie". In seinem sehr angeregten Text macht er erst mal klar auf welchen großen Vorläufern die neuen geisteswissenschaflichen Ansätze beruhen, die hier vorgestellt und erprobt werden: Friedrich Kittler mit seiner "hardwareverliebten" Medientheorie und Niklas Luhmann mit seiner Systemtheorie. Handke legt dar, dass diese Theorien völlig ohne handelndes Subjekt auskommen (der "Mensch" und seine mögliche individuelle Verantwortung für seine Handlungen waren in der Nachkriegszeit aus der Mode gekommen) und dass neuere Kultur- und Geisteswissenschaftler dieses Subjekt ihrer klassischen Wissenschaften wohl doch zurückerobern wollen, ohne ganz hinter die Neuerer zurückzufallen. In allen drei bisher erschienenen Bänden - "Die Adresse des Mediums", "Schnittstelle" und "Medien der Präsenz" - findet Handke hier vielversprechende Ansätze, wobei er konkrete Untersuchungen dem "Philologenkram" und der "literaturwissenschaftlichen Nabelschau" bei weitem vorzuziehen scheint. Er verweist hier positiv auf einen Beitrag von Oliver Grau über das Panorama der Sedan-Schlacht im wilhelminischen Berlin oder auf Matthias Bickenbachs Text über das "Dispositiv des Fotoalbums" im Band "Medien der Präsenz". Weniger ernst nehmen mochte er Wolfgang Ernsts Absage an die Hermeneutik im Band "Schnittstelle", die er nur als lauwarme Wiederholung der Kittler-Thesen empfindet. Mit Zustimmung zitiert Handke da eher Bernhard Dotzler, Erhard Schüttpelz und Georg Stanitzek, die in "Die Adresse des Mediums" die "Allgemeinheiten" ablehnen und auf "pointierteBefunde" in ihrer neuen Wissenschaft pochen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001

Das Buch als Werkzeugkasten, aus dem man nach Belieben nur technische Anweisungen oder auch theoretische Erörterungen herausgreifen kann, so charakterisiert Konrad Lischka diesen Sammelband verschiedener Medientheoretiker- und praktiker, den die Herausgeber unter die programmatische Überschrift "Die Adresse des Mediums" gestellt haben. Denn weder ließen sich (im Internet-Zeitalter) Individuen wirklich adressieren, noch sei das Medium selbst adressierbar, erläutert Lischka ihre Arbeitshypothese. Im Mittelteil des Buches versteckt hat er den Aufsatz "Der Mehrwert der Bilder" von W.J.T. Mitchell gefunden, der seiner Meinung nach Einleitung und Schlusswort des Buches liefert. Mitchell entwickelt, so Lischka, Luhmanns Kommunikations-Theorie weiter, indem er davon ausgeht, dass unsere Beziehung zu den Medien die einer wechselseitigen Konstitution ist. Im Grunde also geht das Buch - unter einen neuen und für Lischka überzeugenden Perspektive - der alten Frage nach: Schaffen wir die Bilder oder schaffen die Bilder uns?

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren