Bücherschau der Woche
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David Sedaris
Fuselfieber
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Harry Rowohlt. Sechzehn neue Geschichten aus der komischen, schrägen, melancholischen, haarsträubenden Welt des David Sedaris.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.07.2001
Unser Rezensent hat das Buch im Zug gelesen, "zwanzig Minuten morgens, zwanzig Minuten abends", eine Woche lang, und darüber die peinliche Angewohnheit angenommen, in aller Öffentlichkeit "plötzlich loszuprusten". Wie kommt's? Das Randgruppenfett, diese Prise "Hitler-Ulk" ist schuld. Der Autor nämlich hat nicht viel übrig für seine Mitwelt und macht daraus keinen Hehl. Und gut macht er es auch: Das rasche Aufeinander von Briefen, Ansprachen, privaten Aufzeichnungen, Grab- und Preisreden, schreibt Rüdiger Wartusch, bietet einen "erheblichen Lustgewinn", obgleich Wartusch mitunter kräftig zu schlucken hat, wenn der Autor "wieder diese homosexuelle Sicht der Dinge" präsentiert. Ein Dank geht auch an Harry Rowohlt "für eine spritzige Übersetzung".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2000
Sehr umständlich versucht uns Volker Breidecker Buch und Autor wärmstens zu empfehlen. Um dessen Scherze im Umgang mit "lebenden VIPs vom Schlage des Boxchampions Mike Tyson" dem hiesigen Leser nahe zu bringen, greift er zu einem absolut inkompatiblem Geschichtlein, in dem Klaus Modick und Roger Willemsen eine Rolle spielen und an deren Ende schließlich Verona Feldbusch Willemsens Gebiss verschluckt. Gern möchte der Kritiker auch mal ein lustiger Dichter sein. Verona Feldbusch kommt natürlich in Sedaris Geschichten überhaupt nicht vor, soviel zumindest ahnt man. Aber was drin vorkommt, kriegt man trotzdem nicht raus. Höchstens, dass Harry Rowohlt die Geschichten übersetzt hat, und der Rezensent ganz und gar nicht zufrieden war. "Gegenüber dem fahrigen, zartbitteren Ton des Originals kommt die Übersetzung breitbeinig und gemächlich, wortverspielt und markig daher". Dabei hat man ein paar Zeilen vorher noch den Berliner Tränenpalast von Gelächter überflutet gesehen, als nämlich von einem gemeinsamen Auftritt von Sedaris und Rowohlt dort die Rede war. Auch wird bemängelt, dass für die deutsche Ausgabe die "ursprüngliche Reihenfolge" der Texte im Original geändert wurde. Aber im Metaphernwust des Rezensenten hat man sich längst verlaufen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2000
Was in Sedaris` unlängst erschienen Roman "Nackt" zugunsten der Handlung zu kurz gekommen war, so Rezensent "maku", bietet dieser Erzählungsband in Hülle und Fülle: 16 Mal Sarkasmus und Sprachwitz. Gerade in der kleinen Form, in bösartigen oder melancholischen Alltagsskizzen, entfalte der Autor seine Fähigkeit zur genauen, selbstkritischen Beobachtung, die keine seiner Ich-Erzähler ausspart. Da gibt es die Studentin, berichtet "maku", die glaubt, einen von ihr verehrten Schriftsteller wirklich zu verstehen; eine andere Geschichte wiederum handelt von einem, der heimlich schmutzige Geschichten erzählt. Was diese Figuren und ihre Geschichten gemeinsam haben, schreibt "maku", seien Dreistigkeit und ein Selbstbewusstsein, das dennoch jedem Zweifel anheimfällt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2000
Die Behauptung des Verlages, dies seien neue Erzählungen des mit dem autobiografischen Werk "Nackt" bekannt gewordenen Autors, ist eine bewusste Täuschung, moniert der Rezensent Manfred Papst. Vielmehr sei dies Sedaris` Erstling - und zwar ein "fulminanter". Das Milieu ähnle stark dem aus "Nackt" bekannten, die Erzählperspektiven aber, so Papst, sind hier raffinierter, insbesondere im Einsatz von" Rollenprosa". Der Wildheit des Beobachteten stehe die Sensibilität des Beobachters gegenüber. Und dieser wiederum die absolute politische Inkorrektheit der Beobachtungen, die dazu führt, dass man, der Rezensent wenigstens, "dauernd lachen" muss, "obwohl man eigentlich nicht dürfte".
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