Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David B. Morris

Krankheit und Kultur

Plädoyer für ein neues Körperverständnis

Cover: Krankheit und Kultur

Antje Kunstmann Verlag, München 2000
ISBN-10 3888972515
ISBN-13 9783888972515
Gebunden, 392 Seiten, 22,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Barbara Steckhan, Thomas Wollermann und Bernhard Jendricke. Keine Kultur hat den Traum vom Sieg über die Krankheit so kompromisslos verfolgt wie unsere. In den letzten Jahrzehnten allerdings scheint das Glücksversprechen der Medizin brüchig geworden zu sein: Neue "Kulturkrankheiten" führen die klassische Medizin an ihre Grenzen, und immer mehr Menschen wenden sich alternativen oder esoterischen Therapien zu. Wir leiden heute an anderen Krankheiten als unsere Eltern und Großeltern; Krankheit, und die Art, in der wir sie erleben, hat sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verändert. Morris plädiert für ein Umdenken in Medizin wie Politik, eine "biokulturelle" Sichtweise, die wissenschaftliche Erkenntnis und persönliche Erfahrung miteinander versöhnen. Seine Neuinterpretation der "Krankheitserzählungen" unserer Kultur fordert die interdisziplinäre Forschung heraus und wirft neue Schlaglichter auf unsere Krankheiten ? und unsere Kultur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2000

Eulen nach Athen trägt der amerikanische Autor des Buches, meint der Rezensent Gangolf Seitz, will heißen: Hinweise auf kulturelle Prägungen von Krankheiten nach Europa. Nichts davon sei falsch, aber eben kaum etwas unbekannt, außerhalb der USA jedenfalls. Da helfen auch "säckeweise Beispiele" nichts: es bleibt "alter Wein in neuen Schläuchen". Vieles hätte man weglassen können, kritisiert Seitz - wobei es sich dabei andererseits um "durchaus interessante Nebengebiete" handle. Ein Wort zur Übersetzung: sie sei "ordentlich", wenngleich nicht immer ganz sattelfest in medizinischer Terminologie.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000

Elisabeth von Thadden behandelt in einem klugen, lesenswerten Essay zwei Bücher, die sich mit Biologie und Medizin befassen: `Über-Empfindlichkeit` von Silvia Bovenschen (Suhrkamp) und `Wie man ewig lebt` von David B. Morris (Kunstmann). Thadden fürchtet, dass in der schönen neuen Welt die menschliche Individualität unter die Räder kommen könnte. Beide Autoren dienen ihr als Kronzeugen für ein `Lob auf das Unvollkommene` und als Nebenkläger gegen eine durch und durch `medikalisierte` Welt, die inzwischen sogar das `Schulablehnungssyndrom` oder `Abneigung gegen Schwarze` diagnostizieren kann, wie Thadden verwundert feststellt.
David Morris plädiere in seinem Buch `Krankheit und Kultur` für eine Ethik der Unvollkommenheit, und zwar `ausgreifend, fordernd, material- und wortreich`. Ein schon wegen seines Materialreichtums überwältigender Einspruch gegen das Primat der Biologie, so Thadden. Dagegen hat Bovenschen in ihrem `feinsinnigen, pointierten` Buch über Idiosynkrasien der Merkwürdigkeit des europäischen Individuums ein Denkmal gesetzt, wie Thadden feierlich erklärt: `Eine Stärkung für Sterbliche.`

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2000

"Recht skeptisch" gegenüber den Versprechungen der modernen Medizin findet der Rezensent mit dem Kürzel "lx." den Autor dieses Buchs, David B. Morris. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist untersuche die Wechselwirkung zwischen dem kulturellen Umfeld und dem Körpers und der Psyche des Menschen. Wie der Rezensent mit einigen Beispielen belegt, wirft Morris einen kritischen Blick sowohl auf das, was die moderne Medizin bisher geleistet hat als auch auf ihre Zukunftspotentiale, z.B. Gentechnik.

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