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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Daniela Münkel

Willy Brandt und die vierte Gewalt

Politik und Massenmedien in den 50er bis 70er Jahren

Cover: Willy Brandt und die vierte Gewalt

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 359337871X
ISBN-13 9783593378718
Kartoniert, 332 Seiten, 29,90 EUR

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Klappentext

Daniela Münkel zeigt, dass sich das Verhältnis von Politik und Massenmedien bereits in den ersten Nachkriegsjahrzehnten bedeutend verändert hat. Sie schildert die Abhängigkeiten und vielschichtigen Beziehungsgeflechte zwischen Politikern, Journalisten und Verlegern seit den 50er Jahren. Im Mittelpunkt ihrer Studie steht Willy Brandt - der erste "moderne Medienkanzler" in der Geschichte der Bundesrepublik. Er praktizierte in neuartiger Weise eine großzügige Informationspolitik, eine an der Wirkungsweise der Medien ausgerichtete Politikdarstellung sowie die mediale Inszenierung der eigenen Person. Sein "Kniefall von Warschau", ein Bild, das aus dem visuellen Repertoire der Bundesrepublik nicht mehr wegzudenken ist, ist das eindringliche Symbol dieser neuen Symbiose zwischen Politik und Medien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2005

Eher enttäuscht hat Rezensentin Petra Weber dieses Buch zur Seite gelegt. Zwar fand sie Daniela Münkels Darstellung Willy Brandts als "ersten Medienkanzler" mitunter ganz lesenswert. Doch spätestens wenn die Autorin Brands Warschauer Kniefall als Höhepunkt seiner "öffentlichen Inszenierung von Politik" beschreibt, mag sie der Darstellung nicht mehr folgen. Erstens vermisst die Rezensentin Belege für diese These. Und zweitens erscheit ihr diese Darstellung nicht nur wegen der deutsch-nationalen Häme, die Brandt für diese Geste erntete, eher unwahrscheinlich. Zunehmend ärgerlich registriert die Rezensentin dann die Versuche des Buchs, Willy Brandts gesamtes Politikerleben als Inszenierung zu beschreiben. Auch deshalb, weil die Autorin aus ihrer Sicht die Antworten auf viele interessante Fragen, die sich aus dem von ihr gezeichneten Brandt-Bild ergeben, unbeantwortet lässt, beziehungsweise gar nicht erst stellt. Im Übrigen vermisst sie neue Aufschlüsse über Brandts Biografie.

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