Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Daniela Münkel
Willy Brandt und die vierte Gewalt
Politik und Massenmedien in den 50er bis 70er Jahren
Klappentext
Daniela Münkel zeigt, dass sich das Verhältnis von Politik und Massenmedien bereits in den ersten Nachkriegsjahrzehnten bedeutend verändert hat. Sie schildert die Abhängigkeiten und vielschichtigen Beziehungsgeflechte zwischen Politikern, Journalisten und Verlegern seit den 50er Jahren. Im Mittelpunkt ihrer Studie steht Willy Brandt - der erste "moderne Medienkanzler" in der Geschichte der Bundesrepublik. Er praktizierte in neuartiger Weise eine großzügige Informationspolitik, eine an der Wirkungsweise der Medien ausgerichtete Politikdarstellung sowie die mediale Inszenierung der eigenen Person. Sein "Kniefall von Warschau", ein Bild, das aus dem visuellen Repertoire der Bundesrepublik nicht mehr wegzudenken ist, ist das eindringliche Symbol dieser neuen Symbiose zwischen Politik und Medien.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2005
Eher enttäuscht hat Rezensentin Petra Weber dieses Buch zur Seite gelegt. Zwar fand sie Daniela Münkels Darstellung Willy Brandts als "ersten Medienkanzler" mitunter ganz lesenswert. Doch spätestens wenn die Autorin Brands Warschauer Kniefall als Höhepunkt seiner "öffentlichen Inszenierung von Politik" beschreibt, mag sie der Darstellung nicht mehr folgen. Erstens vermisst die Rezensentin Belege für diese These. Und zweitens erscheit ihr diese Darstellung nicht nur wegen der deutsch-nationalen Häme, die Brandt für diese Geste erntete, eher unwahrscheinlich. Zunehmend ärgerlich registriert die Rezensentin dann die Versuche des Buchs, Willy Brandts gesamtes Politikerleben als Inszenierung zu beschreiben. Auch deshalb, weil die Autorin aus ihrer Sicht die Antworten auf viele interessante Fragen, die sich aus dem von ihr gezeichneten Brandt-Bild ergeben, unbeantwortet lässt, beziehungsweise gar nicht erst stellt. Im Übrigen vermisst sie neue Aufschlüsse über Brandts Biografie.
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