Bücherschau der Woche
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Klappentext
Susan Sontag galt mit ihrer markanten Erscheinung, den pechschwarzen Haaren und der exzentrischen silbergrauen Strähne, als erste öffentliche Intellektuelle Amerikas und Celebrity zugleich. Sie trat in Filmen von Andy Warhol und Woody Allen auf, wurde von Annie Leibovitz und Diane Arbus fotografiert, war Werbegesicht der Wodka-Marke "Absolut" und verfasste gleichzeitig kulturkritische Essays. Darüber hinaus machte sie sich als Filmemacherin, Theaterregisseurin, Dramatikerin und Romanautorin weltweit einen Namen. Diese erste Biografie der politischen Provokateurin zeichnet das herausragende Bild einer widersprüchlichen und glamourösen Frau, deren Leben die kulturellen und medialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts spiegelt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.01.2008
Schonungslos listet Tim M. Müller die Mängel dieser Biografie der amerikanischen Intellektuellen Susan Sontag von Daniel Schreiber auf, um sie dann in den höchsten Tönen zu preisen. Denn auch wenn er sich zu Anfang des Buches von den küchenpsychologischen Deutungen des Autors gestört fühlt und findet, dass er komplexe "intellektuelle Probleme", mit denen sich Sontag beschäftigte, selten angemessen darstellt, wenn er Fehler aufdeckt und Anglizismen moniert, so lobt er das Buch dennoch als bestmögliche "Einführung" in Leben und Werk und vor allem zur "öffentlichen Person" Sontags. Sie verstand sich als "letzte Intellektuelle" und ihr größtes Handicap, das sie gerade für ihre Umwelt so faszinierend machte, waren ihre vielseitige Begabung und ihre weit gefächerten Passionen, so Müller bewundernd, der daran erinnert, dass Sontag heute 75 Jahre alt geworden wäre.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2008
Daniel Schreiber hat nun die erste Biografie der amerikanischen Essayistin, Filmemacherin und Schriftstellerin Susan Sontag, die heute 75 geworden wäre, vorgelegt, und auch wenn sie für Rezensentin Swantje Karich noch nicht als ultimative Lebensbeschreibung bestehen kann, so lobt sie sie doch als durchaus verdienstvolle Arbeit. Der Autor stütze sich vor allem auf das öffentliche Bild Sontags und habe in dem Jahr, in dem er für sein Buch recherchiert hat, Freunde, Bekannte und vor allem publizierte Texte von und über Sontag herangezogen, stellt die Rezensentin fest. Ihr sagt es zu, dass Schreiber die Essayistin in allen ihren Widersprüchen zeigt und es nie an kritischer Distanz fehlen lässt, als Mensch allerdings, räumt Karich ein, bleibt Sontag den Lesern auch nach der Lektüre etwas fremd. Sie versteht die Eile, mit der der in New York lebende Journalist seine Biografie zusammengestellt hat, denn nicht zuletzt bei der Öffnung des Nachlasses in zwei Jahren wird er mit Konkurrenz rechnen dürfen, so die Rezensentin, die dennoch auf eine umfassendere Darstellung in der Zukunft hofft.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.12.2007
Dem Rezensenten Oliver Pfohlmann gefällt Daniel Schreibers Buch über Susan Sontag, die erste Biografie der Ende 2004 gestorbenen Essayisten und Romanautorin. Schreiber gelingt nach Meinung des Rezensenten eine "kluge Mischung aus Empathie und Distanz". Obwohl ihr Nachlass erst 2010 zugänglich wird, hat er solide recherchiert, attestiert ihm Pfohlmann. Neben der Recherche im Archiv ihres Verlegers unterhielt sich der Autor mit etlichen Wegbegleitern und zeichnet so Sontags Entwicklung zur Intellektuellen neuen Typs nach. Sontag verstand sich auf Selbstinszenierung, die sie in immer neuen Zusammenhängen anwendete. Zudem brachte sie Hoch- und Subkultur in bislang nie da gewesener Form zusammen und hatte auch beim Publizieren wenig Berührungsängste. Das alles wird in dieser Biografie nach Pfohlmanns Meinung überzeugend rekonstruiert.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2007
Daniel Schreiber versucht in seiner Biografie, dem "Phänomen" der amerikanischen Intellektuellen Susan Sontag auf den Grund zu gehen, und hat dabei offensichtlich nicht besonders viel Unterstützung aus Sontags Umfeld erfahren, konstatiert Susanne Mayer. Denn Informationen über das Privatleben oder private Fotos sind in dieser Lebensbeschreibung rar, und so muss sich der Autor an die öffentliche Seite von Sontags Wirken und an ihre Texte halten, so die Rezensentin trotzdem nicht völlig unzufrieden. Denn dem Autor gelingt es, die treibende Kraft hinter dem rastlosen Streben, das die Autorin schon als Kind auszeichnete, zu fassen und er versteht auch, wie Sontag so kometenhaft in der Szene um Andy Warhol und Marcuse aufsteigen konnte. Ganz besonders aber hat die Rezensentin das Kapitel gefesselt, in dem Schreiber die massenmediale Entdeckung der Autorin, deren Mechanismen sie selbst so scharfsinnig zu analysieren wusste, nachzeichnet.
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