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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Daniel Haaksman, Alexa Hennig von Lange, Till Müller-Klug

Mai 3D

Tagebuchroman

Cover: Mai 3D

Quadriga Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3886793400
ISBN-13 9783886793402
Kartoniert, 200 Seiten, 14,32 EUR

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.10.2000

In einer Sammelbesprechung beschäftigt sich Mark Terkessidis mit den folgenden "neuen Romanen von der Popfraktion":
1) Alexa Hennig von Lange: "Ich bin`s" (Zweitausendeins)
Es ist der zweite Roman der Autorin, und die "Ambivalenz" zwischen Kritik am Konsum und aufwendiger Nachzeichnung seiner Fetische kommt deutlich zum Ausdruck, so Terkessidis. Der Protagonist drücke sich vor Nähe zu seiner Partnerin durch beständige Flucht in "eine Welt aus Konsum und Filmsequenzen". Aber "schwammig" bleibt, so kritisiert Terkessidis, welche Psychologie dem zugrunde liegt. Die Welt der Romangestalten findet er vage und die Handlung "beliebig".
2) Hennig von Lange, Müller, Klug, Haaksmann: "MAI 3D" (Quadriga)
Ziemlich ätzend kommentiert der Rezensent, hier handele es sich um den "klaustrophobischen Subjektivismus" einer "neuen Mitte": Man ist etwas Kulturarbeiter, etwas Student, immer geht irgendwo grad wieder ein Event, eine Partie ab, und dabei sein ist nötig, weil da womöglich der nächste Auftrag abzugreifen ist. Das ist, so Terkessidis, wohl durchaus kritisch gemeint, denn am Ende hat man sich, ja was sonst, davon zugunsten des eigenen Lebens befreit und Entscheidungen gefällt, z.B. geheiratet. Ach ja.
3) Christian Kracht: "Der gelbe Bleistift" (Kiepenheuer & Witsch)
Der Autor ist nach Japan gereist, und hat darüber berichtet. "Hotels, Mahlzeiten und Getränke kommen nicht zu kurz", schreibt Terkessidis. Ansonsten verwende Kracht die von ihm durchreisten Länder wie Thailand, Kambodscha und Laos nur als "Kulisse". Beobachtungen über Land und Leute bleiben unergiebig, es handele sich nur um die Bebilderung des "elitären ennui".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.07.2000

Vergleichsweise zahm fällt Eberhard Falckes Urteil über dieses Buch aus. Zum einen scheint es ihm durchaus zu gefallen, dass die drei Autoren in diesem „Tagebuchroman“ jeweils die Position eines der drei Protagonisten einnehmen und dadurch bestimmte Ereignisse im Leben dieser drei aus verschiedenen Perspektiven schildern. Zum anderen sieht Falcke die Sprache dieser Generation hier gut getroffen, was ihn zu der Ansicht verleitet, dies gebe Auskunft über die „aktuellen Befindlichkeiten“ der jungen Menschen, die ständig auf Partys gehen müssen. Literarisch werden seiner Meinung nach hier zwar keine „besonderen Höhen“ erklommen. Zum „Trendroman“ taugt das Buch jedoch allemal, so das Fazit des Rezensenten.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2000

Rainer Moritz verreißt dieses Buch zusammen mit Alexa Hennig von Langes "Ich bin?s" (Verlag Rogner & Bernhard, Hamburg, 212 Seiten) mit einer Eindeutigkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Weder inhaltlich noch sprachlich kann er hier irgendetwas erkennen, was von Wert - zumindest von Unterhaltungswert - ist. So stöhnt er spürbar ermüdet über die endlosen Beschreibungen des "sterbenslangweiligen" Alltags junger Großstädter, in deren Leben die komplizierteste Fragestellung offenbar lautet: "Wie soll das nur weitergehen?", und die sich ansonsten Schwärmereien für "Nike oder Timotei" hingeben. Völligen Schiffbruch erleidet Alexa Hennig von Lange aus seiner Sicht jedoch mit ihren sprachlichen Bemühungen. Diese Sprache sei bestenfalls geeignet, selbst "progressivste Zeitgenossen in Sekundenschnelle zum Kulturpessimisten" zu machen: "Irgendwie", "vielleicht", "absolut" scheinen nach Moritz einige der beliebtesten Wörter der Autorin zu sein, die hier ihren sprachlichen Offenbarungseid leiste. Deshalb schlägt Moritz Folgendes vor: Eckhard Henschel solle doch bei der Aktualisierung seines Buches "Dummdeutsch" der Autorin "einen Beratervertrag" anbieten.

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