Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.10.2000
In einer Sammelbesprechung beschäftigt sich Mark Terkessidis mit den folgenden "neuen Romanen von der Popfraktion":
1) Alexa Hennig von Lange: "Ich bin`s" (Zweitausendeins)
Es ist der zweite Roman der Autorin, und die "Ambivalenz" zwischen Kritik am Konsum und aufwendiger Nachzeichnung seiner Fetische kommt deutlich zum Ausdruck, so Terkessidis. Der Protagonist drücke sich vor Nähe zu seiner Partnerin durch beständige Flucht in "eine Welt aus Konsum und Filmsequenzen". Aber "schwammig" bleibt, so kritisiert Terkessidis, welche Psychologie dem zugrunde liegt. Die Welt der Romangestalten findet er vage und die Handlung "beliebig".
2) Hennig von Lange, Müller, Klug, Haaksmann: "MAI 3D" (Quadriga)
Ziemlich ätzend kommentiert der Rezensent, hier handele es sich um den "klaustrophobischen Subjektivismus" einer "neuen Mitte": Man ist etwas Kulturarbeiter, etwas Student, immer geht irgendwo grad wieder ein Event, eine Partie ab, und dabei sein ist nötig, weil da womöglich der nächste Auftrag abzugreifen ist. Das ist, so Terkessidis, wohl durchaus kritisch gemeint, denn am Ende hat man sich, ja was sonst, davon zugunsten des eigenen Lebens befreit und Entscheidungen gefällt, z.B. geheiratet. Ach ja.
3) Christian Kracht: "Der gelbe Bleistift" (Kiepenheuer & Witsch)
Der Autor ist nach Japan gereist, und hat darüber berichtet. "Hotels, Mahlzeiten und Getränke kommen nicht zu kurz", schreibt Terkessidis. Ansonsten verwende Kracht die von ihm durchreisten Länder wie Thailand, Kambodscha und Laos nur als "Kulisse". Beobachtungen über Land und Leute bleiben unergiebig, es handele sich nur um die Bebilderung des "elitären ennui".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.07.2000
Vergleichsweise zahm fällt Eberhard Falckes Urteil über dieses Buch aus. Zum einen scheint es ihm durchaus zu gefallen, dass die drei Autoren in diesem „Tagebuchroman“ jeweils die Position eines der drei Protagonisten einnehmen und dadurch bestimmte Ereignisse im Leben dieser drei aus verschiedenen Perspektiven schildern. Zum anderen sieht Falcke die Sprache dieser Generation hier gut getroffen, was ihn zu der Ansicht verleitet, dies gebe Auskunft über die „aktuellen Befindlichkeiten“ der jungen Menschen, die ständig auf Partys gehen müssen. Literarisch werden seiner Meinung nach hier zwar keine „besonderen Höhen“ erklommen. Zum „Trendroman“ taugt das Buch jedoch allemal, so das Fazit des Rezensenten.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2000
Rainer Moritz verreißt dieses Buch zusammen mit Alexa Hennig von Langes "Ich bin?s" (Verlag Rogner & Bernhard, Hamburg, 212 Seiten) mit einer Eindeutigkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Weder inhaltlich noch sprachlich kann er hier irgendetwas erkennen, was von Wert - zumindest von Unterhaltungswert - ist. So stöhnt er spürbar ermüdet über die endlosen Beschreibungen des "sterbenslangweiligen" Alltags junger Großstädter, in deren Leben die komplizierteste Fragestellung offenbar lautet: "Wie soll das nur weitergehen?", und die sich ansonsten Schwärmereien für "Nike oder Timotei" hingeben. Völligen Schiffbruch erleidet Alexa Hennig von Lange aus seiner Sicht jedoch mit ihren sprachlichen Bemühungen. Diese Sprache sei bestenfalls geeignet, selbst "progressivste Zeitgenossen in Sekundenschnelle zum Kulturpessimisten" zu machen: "Irgendwie", "vielleicht", "absolut" scheinen nach Moritz einige der beliebtesten Wörter der Autorin zu sein, die hier ihren sprachlichen Offenbarungseid leiste. Deshalb schlägt Moritz Folgendes vor: Eckhard Henschel solle doch bei der Aktualisierung seines Buches "Dummdeutsch" der Autorin "einen Beratervertrag" anbieten.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








