Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Englischen von Konrad Dietzfelbinger. Der Menschenaffe ist unser Bruder, und er ist genauso böse wie wir. Richard Wrangham und Dale Peterson erforschen die tiefsten Ursprünge menschlicher Gewalt. Um bis an die Wurzeln zu gehen, blicken sie in eine Zeit zurück, da sich unsere Spezies noch nicht von den Menschenaffen des Regenwaldes wegentwickelt hatte: vor 5 bis 6 Millionen Jahren. Diese Affen der Urzeit waren sowohl die Vorfahren des Menschen als auch Teil einer genetischen Linie, welche heute von den vier großen Menschenaffenarten verkörpert wird: Orang Utans, Gorillas, Schimpansen und Bobobos. Die These der Autoren ist kurz und einprägsam: Menschenaffen sind ähnlich gewalttätig wie Menschen. Zweifellos lassen sich direkte Zusammenhänge herstellen zwischen Kriegsführung der Menschen und den brutalen Überfällen von Schimpansen auf ihresgleichen. An den Menschenaffen kann man beobachten, wie der Trieb zum Bösen - zu Destruktion, Foltern und Auslöschen - geartet ist, und somit herleiten, wie tief er in uns Menschen verwurzelt ist. Doch der Tenor des Buchs ist hoffnungsvoll: Wenn wir die Quelle der Gewalt erkennen, können wir sie auch beherrschen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2001
Plausibel scheint der Rezensentin Diemut Klärner, was die Autoren auf ihrer Suche nach den Wurzeln allen Übels zutage fördern. Ja, der Mensch neigt von Natur aus zum Bösen. So jedenfalls fasst Klärner das Ergebnis dieser Studie zusammen, in deren Mittelpunkt der Schimpanse steht. Dessen nahe Verwandtschaft mit dem Menschen, schreibt Klärner, habe die Autoren bewogen, Verhaltensweisen wie beispielsweise einen unter Schimpansenpopulationen zu beobachtenden "primitiven Patriotismus" in Parallele zu bringen zu menschlichen Gemeinschaften. Neben der Umsichtigkeit der Autoren bei der Beleuchtung verschiedener Formen von Gewalt und einer gelungenen Übersetzung ins Deutsche hat Klärner an diesem Buch vor allem eines bewegt: Die darin aufblitzende Hoffnung, "dass wir unser geistiges Potential nicht nur destruktiv nutzen können."
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