Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dale Peterson, Richard Wrangham

Bruder Affe

Menschenaffen und die Ursprünge menschlicher Gewalt

Cover: Bruder Affe

Diederichs Verlag, Kreuzlingen - München 2001
ISBN-10 3720521869
ISBN-13 9783720521864
Gebunden, 344 Seiten, 22,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Konrad Dietzfelbinger. Der Menschenaffe ist unser Bruder, und er ist genauso böse wie wir. Richard Wrangham und Dale Peterson erforschen die tiefsten Ursprünge menschlicher Gewalt. Um bis an die Wurzeln zu gehen, blicken sie in eine Zeit zurück, da sich unsere Spezies noch nicht von den Menschenaffen des Regenwaldes wegentwickelt hatte: vor 5 bis 6 Millionen Jahren. Diese Affen der Urzeit waren sowohl die Vorfahren des Menschen als auch Teil einer genetischen Linie, welche heute von den vier großen Menschenaffenarten verkörpert wird: Orang Utans, Gorillas, Schimpansen und Bobobos. Die These der Autoren ist kurz und einprägsam: Menschenaffen sind ähnlich gewalttätig wie Menschen. Zweifellos lassen sich direkte Zusammenhänge herstellen zwischen Kriegsführung der Menschen und den brutalen Überfällen von Schimpansen auf ihresgleichen. An den Menschenaffen kann man beobachten, wie der Trieb zum Bösen - zu Destruktion, Foltern und Auslöschen - geartet ist, und somit herleiten, wie tief er in uns Menschen verwurzelt ist. Doch der Tenor des Buchs ist hoffnungsvoll: Wenn wir die Quelle der Gewalt erkennen, können wir sie auch beherrschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2001

Plausibel scheint der Rezensentin Diemut Klärner, was die Autoren auf ihrer Suche nach den Wurzeln allen Übels zutage fördern. Ja, der Mensch neigt von Natur aus zum Bösen. So jedenfalls fasst Klärner das Ergebnis dieser Studie zusammen, in deren Mittelpunkt der Schimpanse steht. Dessen nahe Verwandtschaft mit dem Menschen, schreibt Klärner, habe die Autoren bewogen, Verhaltensweisen wie beispielsweise einen unter Schimpansenpopulationen zu beobachtenden "primitiven Patriotismus" in Parallele zu bringen zu menschlichen Gemeinschaften. Neben der Umsichtigkeit der Autoren bei der Beleuchtung verschiedener Formen von Gewalt und einer gelungenen Übersetzung ins Deutsche hat Klärner an diesem Buch vor allem eines bewegt: Die darin aufblitzende Hoffnung, "dass wir unser geistiges Potential nicht nur destruktiv nutzen können."

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