Dagmar Leupold wirft ihren Blick auf Leben und Lieben, Lieben und Schreiben, wobei nicht selten das eine mit dem anderen in lakonischer Pointe zusammenfällt. Sie spielt mit den Möglichkeiten des Mediums: versteckte Zitate, Anspielungen auf den europäischen Mythenvorrat, Zuflüsse aus allen Epochen der Literaturgeschichte machen ihre Texte für den Leser zu reichen Fundgruben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2002
Als "Simulantin in Weiß" entlarvt der Rezensent Burkhard Müller die Autorin Dagmar Leupold, deren knapper Gedichtband "Byrons Feldbett" jetzt erschienen ist. Nein, viel übrig hat Müller wirklich nicht für Leupolds Gedichtband. So mokiert er sich darüber, dass hier äußerst kurzen Gedichten komplette Seiten eingeräumt werden und stellt sarkastisch fest: "Da ist es der Rand, der dichtet". Für Müller bergen die schneeweißen Flächen des Papiers bei Leupold kein Geheimnis; diese Gedichte sind für ihn nicht viel mehr als das blanke Nichts. Und so kommt er denn zu dem vernichtenden Urteil: "Wer nichts zu sagen hat, der hat kein Recht auf so viel Schweigen".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2001
Martin Krumbholz kann gar nicht glauben, dass eine "exzellente Schriftstellerin" wie Dagmar Leupold einen so katastrophalen Lyrikband wie "Byrons Feldbett", eine "Kollektion derart banaler, nachlässig und gedankenfaul gearbeiteter Gedichte" veröffentlicht hat. "Uninspiriert", "schlicht", "schlecht" und "entbehrlich" findet der Rezensent fast alle Verse, die die Autorin aufs Papier gebannt hat. Schmerzlich hat er die Suche nach dem treffenden Ausdruck, Originalität und eine runde Form vermisst. "Hingeschrieben, aber nicht nachgedacht", lautet das vernichtende Urteil von Krumbholz. Die Sorglosigkeit im Umgang mit der Sprache will der Rezensent der Autorin keineswegs durchgehen lassen.
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