Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Nur wenige Wochen vor seinem Selbstmord am 29. Juli 1890 malte Vincent van Gogh das Porträt des Dr. Ferdinand Gachet, seines Arztes in Auvers-sur-Oise bei Paris. Nach dem Tod des Malers kam das Bild in den Besitz seines Bruders, des Kunsthändlers Theo van Gogh; seine Witwe verkaufte es später für 300 Francs an eine dänische Sammlerin. Damit begann die Reise eines Gemäldes um die Welt und durch das Jahrhundert. Dreizehnmal wechselte das Bild seinen Besitzer. Museumsdirektoren, Bankiers, Kunsthändler aus aller Welt, die Nazis, namentlich Hermann Göring, und jüdische Emigranten waren an Verkauf und Ankauf beteiligt. 1990, hundert Jahre nach der Entstehung, zahlte der japanische Kaufmann Ryoei Saito bei einer aufsehenerregenden Auktion in New York die Rekordsumme von 82,5 Millionen Dollar. Das Bildnis des Dr. Gachet war zum teuersten Bild der Welt geworden. Seit kurzem gilt es als verschollen. Der 1996 verstorbene letzte Besitzer soll nach dem Erwerb gesagt haben: "Legt das Bild in meinen Sarg, wenn ich sterbe." Das würde bedeuten, daß es mit ihm verbrannt worden wäre. Die Geschichte des Bildes ist auch ein Teil der Geschichte unseres Jahrhunderts, der Kommerzialisierung von Kunst, seiner Maßlosigkeit ? und seiner politischen Dimensionen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.05.2000
"Ein Kunstkrimi - verwirrend und aufschlussreich, unbegreiflich und schlüssig", urteilt Gerda Marko über dieses Buch, das sie mit großer Begeisterung bespricht. Dabei lobt sie nicht nur Saltzmans akribische Nachforschungen über den Werdegang des Bildes, sondern auch ihre Ausführungen über Sammlergewohnheiten, Habgier, Kunsthandel oder auch über die Personen, in deren Besitz das Bild gegangen ist. Marko zeichnet in ihrer Rezension noch einmal die wesentlichen Stationen des Bildes nach, um sich der deprimierenden Erkenntnis Saltzmans anzuschließen, dass unsere Zeit eine `Periode der in die Höhe geschraubten Aktienpreisidexe, plötzlichen Reichtums unvorstellbaren Ausmaßes und auf Schulden gegründeter Finanzimperien` sei.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2000
Mit großer Begeisterung bespricht Volker Breidecker den Band über die wechselvolle Geschichte dieses Bildes von Van Gogh, der seiner Ansicht nach "an Spannung jeden Kriminal- oder Seelenroman in den Schatten" stellt. Er lobt, wie die Autorin mit kunsthistorischem und journalistischem Sachverstand nicht nur die Geschichte des Bildes, sondern auch die seiner dreizehn Besitzer aufrollt und dabei gleichzeitig mit einigen Mythen über Van Gogh aufräumt. So beschreibe sie den Maler als durchaus "hochgebildet, ausgesprochen kultiviert, geschäftstüchtig obendrein", was für so manchen Leser überraschend sein dürfte. Um auch den desinteressiertesten Leser mit seiner Begeisterung anzustecken, erzählt Breidecker in seiner Rezension durchaus packend in Eckpunkten die Geschichte des Bildes, die tatsächlich außerordentlich spannend ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.05.2000
Karena Lütge zeigt sich durchaus fasziniert von der wechselvollen Geschichte des Bildes, hat an dem Band jedoch auch einiges kritisch anzumerken. Zum einen erscheint ihr, dass "die Übersetzerin mit der Materie offenbar wenig vertraut" ist, zum anderen ist sie der Ansicht, dass sich die Autorin bei ihren Schilderungen der Besitzer oftmals verzettelt. Das Bild selbst gerät ihrer Meinung nach dabei bisweilen ins Hintertreffen. Interessanter hätte die Rezensentin es gefunden, wenn Saltzman mehr über die Van-Gogh-Rezeption, beispielsweise im Dritten Reich, oder zum "Wacker-Skandal" von 1928, bei dem es um Fälschungen ging, gesagt hätte. Darüber hinaus stört sich die Rezensentin an so manchen Vereinfachungen, fachlichen Fehlern und falschen Schreibweisen.
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