Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Constantin Floros

Anton Bruckner

Persönlichkeit und Werk

Cover: Anton Bruckner

Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2004
ISBN-10 3434505660
ISBN-13 9783434505662
Gebunden, 300 Seiten, 26,00 EUR

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Klappentext

Mit Notenbeispielen. Anton Bruckner (1824-1896) war zu Lebzeiten verkannt und umstritten. Heute gilt er als der bedeutendste Symphoniker nach Beethoven und vor Gustav Mahler, was die Originalität, Kühnheit und Monumentalität seiner Musik angeht. Das Bild des Menschen Anton Bruckner dagegen ist immer noch ein geradezu extremes Beispiel für die Macht der Vorurteile. Von keinem Geringeren als Gustav Mahler stammt das viel und gern zitierte Apercu: "Bruckner, ein einfältiger Mensch - halb Genie, halb Trottel." Constantin Floros' These ist, dass, anders als bisher behauptet, zwischen Persönlichkeit und Werk Bruckners eine enge Beziehung herrscht. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen daher existenzielle Probleme: die Vorstellung, durch das Werk einem höheren Ziel zu dienen, die Auffassung von Musik als religiösem Bekenntnis, die Angst vor "Rivalen", wie Johannes Brahms, und einer feindlichen Öffentlichkeit, das gestörte Verhältnis zu Frauen, Einsamkeit und "Sympathie mit dem Tod".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.12.2004

"Kein Dorfdepp also", weiß Wolfram Goertz von Anton Bruckner, nachdem er Constantin Floros' Darstellung von Persönlichkeit und Werk des oft "belächelten" Komponisten studiert hat. Wer Bruckner verstehen will, muss sich nämlich durch eine Flut von Anekdoten, Missverständnissen und Klatschgeschichten kämpfen, so Goertz. Der "neueste Baggerführer des Schrifttums" Constantin Floros' zeige nun "mit Erfolg" die autobiografischen Züge in Bruckners Musik, den Einfluss der Religion, von Wagner oder der Einsamkeit in Wien. Floros geht es um das "Moderne und Kühne" bei Bruckner, erklärt der Rezensent: Er enttarnt die Angriffe des Musikkritikers und Brahmsverehrers Eduard Hanslick als "durchsichtige und erstaunlich taube Manöver", weist nach, dass das Ungestalte der Brucknerschen Werke das Resultat einer "inneren Dynamik der Form" war und konstatiert, als Trumpfkarte", dass die Harmonik Bruckners progressiver war als die des Antipoden Brahms.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.11.2004

Völlig hin und weg ist Wolfgang Schreiber angesichts dieser Bruckner-Biografie. Eine Meisterleistung in jeder Hinsicht ist dem Musikwissenschaftler Constantin Floros aus der Feder geflossen, preist der Rezensent in hymnischem Ton. Das Werk sei klug komponiert und präsentiere sich auch literarisch-formal als wahrhaft meisterlich. Floros Grundthese ist es, dass Persönlichkeit und Werk keine getrennten Einheiten sind, sondern sich wechselseitig beeinflussen. Auch hieran hat der Kritiker nichts auszusetzen. Insgesamt sei mit dieser Biografie ein "überschaubares, scheinbar leicht und unprätentiös geschriebenes, auf jeden Fall schlüssiges und auch für den 'Musikliebhaber' mühelos lesbares Buch" entstanden. Die Verehrung des Autors kennt für Schreiber keine Grenzen. Das Nachwort hat ihn sogar an einen "krönenden Choral einer Bruckner-Symphonie" erinnert. Der Mann muss schreiben können!

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2004

Dieses Buch ist, wenn man dem Rezensenten Michael Gassmann glauben darf, eher ein Kuriosum. Der Autor, emeritierter Professor der Musikwissenschaft, hat das offenbar starke Bedürfnis, seinen Helden Anton Bruckner gegen die Anwürfe seiner Kritiker in Schutz zu nehmen. Das Problem: Es sind eher die Anwürfe des 19. Jahrhunderts, das ganze also eine seltsam verspätete Übung. Dass Floros' Versuch, Bruckner zu normalisieren, seine Neurosen und Naivitäten zu leugnen, nicht überzeugt - den Rezensenten jedenfalls nicht -, das kommt noch dazu. Keineswegs besser die "Art und Weise, wie Floros argumentiert und analysiert". Es kommt zu "Widersprüchen" und wird immer wieder "unfreiwillig komisch". Die Beschreibung der Musik bleibt arm, anders als zwischen "jubelnder" und "andächtiger" Musik werde kaum unterschieden. Kurz: Der Rezensent rät entschieden ab.

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