Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Claus-Steffen Mahnkopf (Hrsg.)

Mythos Cage

Wolke Verlag, Bugrim 1999
ISBN-10 3923997876
ISBN-13 9783923997879
gebunden, 280 Seiten, 24,54 EUR

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.04.2000

In einer Doppelrezension bespricht Hans-Klaus Jungheinrich zwei Bücher, die sich mit Ästhetik von Avantgarde-Musik befassen. Beide Bücher haben seiner Ansicht nach etwas gemein: Sie erscheinen ihm wie eine "Teil- oder Generalabrechnung" mit den vorherrschenden Kompositionspraktiken der vergangenen Jahrzehnte.
1) Claus-Steffen Mahnkopf (Hrsg.): "Mythos Cage" (Wolke-Verlag)
Den Vorwurf einer "Abrechnung" macht Jungheinrich hier vor allem dem Herausgeber, denn die Autoren der anderen Beiträge scheinen mit Mahnkopf nicht immer an einem Strang zu ziehen: Ihre Abhandlungen zu Cage findet der Rezensent zum großen Teil recht differenziert, während er bei Mahnkopf den Eindruck hat, dieser wolle in erster Linie mit der "Schimäre" Cage aufräumen. Zwar wäre es durchaus angebracht - wie Jungheinrich findet - den ein oder anderen Mythos kritisch zu hinterfragen. Der Ansicht, dass Cage für die Musikgeschichte völlig ohne Bedeutung sei, mag er jedoch nicht folgen. Jungheinrich, der großen Wert darauf legt, Mahnkopfs Begabung und Bildung ausreichend zu würdigen, vermutet hinter dem Versuch, John Cages Bedeutung zu schmälern, vor allem eine allzu dogmatische Verfechtung Mahnkopfs eigener Kompositionsrichtung, der "Schule des `Komplexismus``".
2) Hubert Stuppner: "Endzeit-Sonate" (conBrio-Verlag)
Bei diesem Band scheint sich Jungheinrich bisweilen nicht sicher zu sein, ob es sich um eine Satire handelt. Zwar habe das Buch einen beträchtlichen Unterhaltungswert, andererseits spürt der Rezensent sehr viel Destruktives: Der Text sei "bis in die letzte Fiber hinein durchsäuert, verbittert von Gift und Galle, von Ressentiment und Hass". Für Stoppner habe die Tonkunst der vergangenen Jahrzehnte vor allem etwas Pathologisches, mit Differenzierungen halte er sich nicht lange auf - höchstens, um die verschiedenen Sparten mit entsprechenden "psychoanalytischen Expertisen" zu versehen. Diese Methode enthüllt in Jungheinrichs Augen allerdings mehr von dem Autor als von der Musik. Stockhausen, Kagel, Rihm, Schnebel: "alle werden sie krankgebetet, und Rettung ist nirgends". Der Rezensent vermutet, dass Stuppner - vielleicht ohne es selbst zu ahnen - die beschränkte Konkurrenzfähigkeit seiner eigenen Kompositionen spürt und daher die Arbeiten seiner Kollegen entwertet, um im Vergleich besser abzuschneiden. Mit der in diesem Band deutlich spürbaren Verletztheit hat sich der Autor aber selbst keinen Gefallen getan, findet Jungheinrich.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren