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Chuck Klosterman
Eine zu 85% wahre Geschichte
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Adelheid Zöfel. Chuck ist in Diane verliebt, aber auch in Quincy und Lenore. Die Liebe ist das größte Problem in Chucks Leben. Zum Glück hat der Musikjournalist einen Auftrag. Der allerdings scheint noch absurder als sein momentanes Lebensgefühl zu sein. Quer durch die USA fährt er nach Missoula, Ithaca und Rhode Island, an die Orte, an denen Rock-Heroen den Tod fanden. Vom Sumpf, in dem Lynyrd Skynyrds Flugzeug abstürzte bis zum Bungalow, wo sich Kurt Cobain mit einer Schrotflinte das Leben wegschoss. Rockstars sterben exzentrisch und werden so unsterblich. Schließlich kehrt Chuck in die Welt der Lebenden zurück. Was er vom Tod halten soll, weiß er immer noch nicht, nur dass er verliebt ist wie zu Beginn seiner Reise in Diane, Quincy und Lenore.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Ist Chuck Klostermans Idee, mit einem Leihwagen durch die USA zu tingeln, um die Todesorte einiger Popstars abzuklappern, gut oder verrückt, fragt sich der Rezensent Georg Klein. Seine Rezension lässt die Antwort nur erahnen. Unablässig quassele der ausgiebig Marihuana rauchende Aufschneider Klosterman über Tod, Liebe und Popmusik, mal auf traurig-komische, mal auf larmoyant-kokettierende und mal auf kluge bis altkluge Art und Weise und setzt sich selbst in Szene als einer, der "für das Leben hier nicht qualifiziert" ist. Der Rezensent jedenfalls, der vier Fragen an Klostermans "Todesprojekt" herangetragen hat, kommt zum vierfachen Ergebnis: 1) Der Tod gehört den Pubertierenden, 2) Musik macht die Vergangenheit erträglich, 3) Die Liebe wird von Leibesmetaphern heimgesucht und kann also auch viele verschiedene Tode sterben und 4) Popstars sterben auch nicht nachhaltiger und ergiebiger als andere Menschen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2006
Weniger meta wäre mehr gewesen, meint Julia Bähr. Um einem Vergleich mit "Popbiografien" von Nick Hornby oder Gilles Smith standzuhalten, hätte Chick Klosterman schon ein bisschen persönlicher sein müssen, anstatt seitenlang die Bedeutung von "Led Zeppelin" zu erörtern. Merkwürdig. Denn der Grund, dass der Text nicht in der Zeitschrift "Spin" erschien, sondern als Buch, liegt für Bähr gerade in der Verquickung musiktheoretischer Exkurse mit dem "emotionalen Lebenslauf", der ungeschmeidigen Beziehungswelt des Autors. Macht nichts, Bähr will sich ohnehin vor allem amüsieren. Und das klappt mit diesem Buch an den seltsamsten Orten. In dem Gartenhaus, in dem Kurt Cobain sich das Hirn wegblies, zum Beispiel, dem "trockenen Humor" des Autors sei Dank.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2006
Der amerikanische Musikkritiker Chuck Klosterman hat in einem Auto und mit sehr vielen CDs eine Reise durch die USA unternommen, die ihn zu den Todesstätten früh verstorbener Rockstars führte, berichtet Rezensent Frank Schäfer recht angetan. Die Suche nach dem Zusammenhang von Todeskult und Popkultur führt Klostermann zum Beispiel zu einer weniger bekannten Kreuzung in Macon, Georgia, wo sich Duane Allman von den Slide-Wizards zu Tode fuhr und ein Jahr später Berry Oakley von den Allman Brothers. Ein Abstecher über Graceland führt ihn schließlich in den Vorgarten von Kurt Cobain in Seattle, an dessen Selbstmord sich am "offensichtlichsten die soziale Funktion des Todeskultes zeigen lässt". Die Reise selbst bilde nur einen äußeren Rahmen, denn besonders viel falle Klosterman zu den Orten nicht ein, findet der Rezensent. Deshalb schweife er auch häufig ab und sinniere über geliebte Frauen, Musik und Filme. Gerade hier offenbare sich der Autor ls konsequenter Verfechter einer Rezeptionsästhetik, wo nur das individuelle "Werturteil des Einzelnen" zählt, bemerkt Schäfer, dem das unverkrampfte Räsonieren über das Entstehen von Popmusik hier am besten gefallen hat.
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