Bücherschau der Woche
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2000
Nur Gutes fällt Hans-Albrecht Koch an diesem Band auf und nennt dazu zahlreiche Beispiele. Besonders hervorstechend ist für ihn dabei die "stupende Kenntnis der zahllosen Quellen" und die ansprechende Vermittlung des Autors. Dass Wagner-Trenkwitz auch einen Blick "hinter die Kulissen" des Theaterbetriebs ermöglicht, gehört für Koch ebenso zu den Vorzügen des Buches, wie seine Ausführungen über Strauss` Haltung gegenüber den Nationalsozialisten. Dabei gibt Koch dem Autor Recht, wenn dieser die Ansicht äußert, dass Strauss nicht nur um seine beruflichen Belange besorgt war, sondern auch um seine jüdischen Verwandten. Abschliessend lobt er die seiner Ansicht nach optisch sehr ansprechenden und auch inhaltlich aufschlussreichen Abbildungen sowie eine angehängte Auflistung der Wiener Dirigate Strauss` und der Aufführungen in der Staats- und Volksoper.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
In einer Sammelrezension bespricht Michael Gassmann folgende sieben Bücher über Richard Strauss:
1) Christoph Wagner-Trenkwitz: "Durch die Hand der Schönheit, Richard Strauss in Wien"
Bei Wagner-Trenkwitz lobt Gassmann die sachliche und informationsreiche Art der Darstellung. Wer sich für das Thema interessiert, der finde hier "Handbuchqualitäten" und "umfängliche Statistiken".
2) Hanspeter Krellmann (Hg.): "Wer war Richard Strauss?" (Insel Verlag)
In den 19 Essays des von Hanspeter Krellmann herausgegebenen Bandes findet Gassmann "ein intellektuelles Vergnügen ersten Ranges", allerdings nicht so sehr bei den Texten der Musikwissenschaftler, die Strauss` Musik immer nur an der Elle der Begriffe Theodor W. Adornos mäßen, sondern eher bei den Dramaturgen oder Autoren wie Friedrich Dieckmann, der nachweise, dass Strauss mit der Ästhetik der Nazis sehr wenig gemein habe.
3) Matthew Boyden: "Richard Strauss, die Biografie" (Europa Verlag)
Boydens Biografie stehe in der angelsächsischen Tradition und sei somit farben- und informationsreich erzählt. Boyden sei allerdings "ein Spezialist fürs Ungefähre", seine Ausführungen zu Nietzsche oder dem Faschismus oder anderen weltanschaulichen Themen findet Gassmann schwer verdaulich. Man merke im übrigen, mit welcher Eile das Buch geschrieben sei. Boyden gehe aber immerhin auch auf das Thema "Strauss im Nationalsozialismus" ein.
4) Kurt Wilhelm: "Richard Strauss persönlich" (Henschel Verlag)
Diese Strauss-Darstellung findet Gassmann dann doch etwas geschönt, aber immerhin opulent bebildert, ein rechtes Souvenir. Man müsse verstehen: Es handele sich um das Buch eines mit der Familie Befreundeten.
5) Maria Publig: "Richard Strauss, Bürger, Künstler, Rebell" (Verlag Styria)
Publig verzichte völlig auf musikalische Erörterungen. Ihre Art, Strauss über einen zeithistorischen Bezug anzunähern verführe die Autorin zum Teil zu "grotesken Erklärungen".
6) Marianne Reisiger: "Und die Schokolade nehmen wir im blauen Salon" (Mary Hahn Verlag)
Auch zu Maria Reissigers Kochbuch "Und die Schokolade..." fällt Gassmann nicht viel Gutes ein. Die Rezepte zu Sacher-Torte und anderen Speisen seien etwa so schwer wie Strauss` Partituren. Bei keinem anderen Komponisten komme man im übrigen auf so eine Idee. Könne man sich etwa ein Buch unter dem Titel "Backen mit Boulez" vorstellen?
7) Franz Trenner: "Richard Strauss, Werkverzeichnis".
An Trenners Werkverzeichnis lobt Gassmann die Handlichkeit und die Incipits vor den Werknummern.
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