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Klappentext
Christoph Heins schriftstellerische Arbeit ist seit ihren Anfängen von Essays begleitet, in denen er über die Voraussetzungen seines Schreibens nachdenkt, etwa über "Sprache und Rhythmus", über Heine, Proust und Goethe oder auch über Geschichte und aktuell Politisches bzw. das Verhältnis von Intellektuellen und Politik. Wie in seiner Prosa und in den Theaterstücken erweist sich der Autor auch hier als ein wacher und genauer Chronist unserer Zeit. Dieser Band versammelt Essays von Christoph Hein aus etwa 20 Jahren, deren zentraler Bezugspunkt der Ort des Jahrhunderts ist: Auschwitz. Darunter befinden sich solche berühmt gewordenen wie "Die fünfte Grundrechenart" über Stalins Verbrechen und die weißen Flecken der Geschichtsschreibung oder "Die Zensur ist überlebt, nutzlos, paradox, menschenfeindlich, volksfeindlich, ungesetzlich und strafbar", vorgetragen auf dem X. Schriftstellerkongress der DDR 1987.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004
Das Entscheidende an dieser zweigeteilten Sammlung von Christoph Heins öffentlichen Erklärungen, Reden, Vorlesungen und Artikeln - aus den achtziger und den neunziger, den Vor- und den Nachwendejahren erschließt sich, so Rezensent Thomas Wild, erst dem, der dieses Buch auch noch über die letzte Zeile hinaus liest. Den Zugang zur "sprachlichen Vielschichtigkeit" wie zur "intellektuellen Haltbarkeit" der versammelten Texte Heins nämlich würden erst die Angaben am Ende des Bandes eröffnen - darüber, wann und wo die jeweilige Rede ursprünglich gehalten, der entsprechende Artikel zum ersten Mal erschienen sei. So erst könne man dann beispielsweise die Sperrigkeit der abgedruckten Poetik-Lektion richtig lesen - die Hein am 31. Oktober 1989 in Leipzig vortrug. Hier geht es, so Brenner, nämlich vornehmlich darum, den Zuhörern leichte Lösungen, griffige Visionen, vorformulierte Programme zu verweigern. So gelangt Wild schließlich zu einer doppelten Preisung Heins - als eines vorbildlichen Intellektuellen und Schriftstellers. Das "bestechend Unbestechliche" an Christoph Hein liegt "in seiner Sprache", so Wild: "Die kargen Sätze entlarven jedes Jargon- und Klischeegequassel. Aus dem sinnlichen Gestus des Formulierens spricht die Empathie für den Gegenstand der Rede. Selbst gedankenschwere Essays trägt ein beinahe magischer Rhythmus poetischer Sprache."
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