Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Warum gibt es keinen öffentlichen Sex? Wieso hat jeder Mensch ein Heimatgefühl? Wann finden Menschen einander schön? Welche Wörter kommen in allen Kulturen vor? Warum sitzen wir, wie wir sitzen? 4000 indigene Völker, rund 7000 Sprachen, Tausende von Kulturen gibt es auf unserem Planeten, Menschen, so unterschiedlich wie nur denkbar. Jeder davon ist einzigartig, und doch hat er vieles mit anderen gemeinsam. Neben dem, was uns trennt, gibt es ein überraschend großes Fundament, das die Kulturen verbindet. Der viel zitierte "Clash of Civilizations" stellt sich aus Antweilers Sicht als eine von großer Unkenntnis geprägte Verengung des Blickwinkels dar. In Wahrheit verbindet uns mehr als uns trennt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.03.2010
Christoph Antweilers Studie über kulturelle Gemeinsamkeiten liegt zwar überhaupt nicht im Trend, interessiert man sich doch laut Harry Nutt zurzeit hauptsächlich für "kulturalistische Differenz". Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hat er sich mit viel Interesse mit den Untersuchungen des Bonner Ethnologen beschäftigt und stellt angetan fest, dass sich der Autor dabei auch bei Gebieten von politischer Brisanz nicht in ideologischen Debatten begibt. Für Nutt ist dieses Buch vor allem eine Einladung zur "ethnologischen Beobachtung" für ein breites Publikum, das um das "paradoxe Potential wissenschaftlicher Annahmen" weiß und als solches überaus anregend ist, wie er verspricht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2009
Eingehend und hoch interessiert hat sich Karl-Heinz Kohl der Studie Christoph Antweilers gewidmet, der darin untersucht, was verschiedenen Kulturen gemeinsam ist. Er setzt damit dem "Kulturrelativismus", der den Verfechtern der multikulturellen Gesellschaft die Argumente geliefert hat, die Vorstellung von einem kulturellen Universalismus entgegen, erklärt der Rezensent. Während jene die Verschiedenheit der Kulturen betonen, die jede für sich Existenzberechtigung besitzt, arbeitet der Ethnologe in der vorliegenden Studie die Universalien heraus, die alle Kulturen eint, so Kohl weiter. Nicht unproblematisch findet der Rezensent, dass es auch beim universalistischen Ansatz Antweilers schwierig bleibt, anthropologische Gegebenheiten von kulturellen Errungenschaften zu unterscheiden. Zudem lässt sich beobachten, dass gerade kulturell verschiedene Gruppen sich besonders stark voneinander absetzen wollen, wenn sie eng zusammenrücken, weshalb beispielsweise Gemeinden in der Diaspora dazu neigen, sich gegenüber anderen Kulturen besonders stark abzugrenzen, so der Rezensent weiter. Aber, gibt er zu bedenken, mit Antweilers Hervorhebung der Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen lässt sich mit den Unterschieden besser umgehen als mit dem kulturrelativistischen Ansatz, weshalb der Studie in seinen Augen auch eine politische Bedeutung zukommt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2009
Christoph Antweilers Buch über das, was alle Menschen verbindet, hat Sabine Doering-Manteuffel aufmerksam und interessiert gelesen. Der Autor entstammt der Kölner Ethnologischen Schule, die genetische und kulturelle Anlagen gleichermaßen als das spezifisch Menschliche ins Auge fassen, erklärt die Rezensentin. Antweiler kann überzeugend darlegen, dass das Gemeinsame des Menschseins auf "Universalien" beruht, und somit keineswegs schlicht auf die Globalisierung zurückzuführen sei. Als Beispiel führt der Ethnologe den Ödipuskomplex an, der unter verschiedenen Namen als Übergangsritus in allen Kulturen zu finden ist und als Strategie der Angstbewältigung vor neuen Lebensphasen zu deuten ist, wie die Rezensentin der Lektüre entnommen hat. Insbesondere die Ausführungen zur Friedensbereitschaft einiger weniger Volksgruppen fand Doering-Manteuffel besonders anregend, belegen sie doch eindrucksvoll und allen neoliberalen Argumenten zum Trotz die Wichtigkeit von Normen und Regeln im menschlichen Umgang.
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