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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christine Grän

Die Hochstaplerin

Roman

Albrecht Knaus Verlag, München 1999
ISBN-10 3813501256
ISBN-13 9783813501254
Gebunden, 318 Seiten, 20,40 EUR

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Klappentext

Felicitas lebt den Luxus, doch sie hat Schulden und wenig Talent zu ehrenwerten Berufen. Als Hochstaplerin macht sie Karriere. Klara, Felicitas` Ziehmutter, liebt Marx und Brecht und wird zur Komplizin im eigenwilligen Kampf gegen das Kapital. Die beiden Frauen nutzen die Spielregeln der Gesellschaft zu ihrem Vorteil.. Regel eins: Armut schändet. Regel zwei: Geld stinkt nie. Regel drei: Die Eitelkeit der Männer ist grenzenlos gewinnbringend. In einer auf Lust- und Gewinnmaximierung orientierten Welt ist die Hochstaplerin ein Wesen von großer Anpassungsfähigkeit, das seine Siege genießt und aus den Niederlagen lernt. So wird aus der Entkleidung der Männergesellschaft auch ein Striptease der Frauen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.12.2000

Franz Haas ist von diesem Roman so begeistert, dass sich seine Besprechung fast wie ein Rausch liest: die Grän zeige in dieser "furiosen" Erzählung einen "wilderen Feminismus als Elfriede Jelinek" und "mehr Weltgewandtheit als Josef Haslinger". Amüsanter sei sie sowieso. Haas schreibt bewundernd von den "Krallen ihrer Prosa" und dem "schlagfertigen Sprachwitz", mit dem die Autorin nach links und rechts austeilt. Da kriegen die Männer ebenso ihr Fett weg, wie manche Frauen (eine "alternde Hippiemutter" scheint es besonders hart zu treffen). Haas scheint auch die Vorliebe Gräns für Brecht und Grosz zu teilen, wohingegen ihn Seitenhiebe auf den "spießigen Thomas Mann" sichtlich amüsieren. Ein "hochliterarischer Unterhaltungsroman" sei das, lobt er und freut sich diebisch, dass der "literarische Standesdünkel" einiger Kritikerkollegen, die das Buch glatt übersehen haben, eins auf die Mütze bekommen hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2000

Bevor uns Martin Halter sagt, was er von der Autorin hält, sagt er erst, was die Autorin von Frauen hält: sie benutzen ohne mit der Wimper zu zucken Sex als Waffe gegen die Männer. Ziemlich schnodderig erzählt Halter dann vom Roman und seiner Hauptfigur, einem "Machiavell in Netzstrümpfen", der Halter offenbar prächtig amüsiert hat. Grän hat jede Menge Witz, beherrscht die Kunst, Charaktere in wenigen Strichen zu zeichnen, und weiß wovon sie spricht, wenn sie über die Welt und die Männer schreibt, so der Rezensent, der deutlich hingerissen ist.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

Klaus Harpprecht begrüßt dieses Buch als ein Beispiel dafür, dass die Auflösung der Grenzen zwischen "E" und "U" gelegentlich empfehlenswerte Ergebnisse hervorbringe. Er ist begeistert von Gräns Schreibstil ("fast zu gut") und der lebhaften, spannenden Geschichte der "Hochstaplerin", die Grän "intelligent erzählt". Manch kleine Schwäche in puncto Präzision deutet der Rezensent als Verkrampfung, die sich - davon ist er überzeugt - in Gräns nächstem Buch gelegt haben wird.

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