Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christine Angot

Warum Brasilien?

Roman

Cover: Warum Brasilien?

Tropen Verlag, Köln 2003
ISBN-10 3932170644
ISBN-13 9783932170645
Gebunden, 208 Seiten, 17,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Christine Angot findet Briefe ihres Vaters wieder, die der "Vernichtung" entgangen sind. Voller Bewunderung heißt es dort: "Warum Brasilien? Vielleicht weil dies ein Land ist, dessen ganzer Reichtum in der Zukunft liegt, wie auch für Dich, der Dir die Erde gewidmet wurde." Ein Versprechen, das das Leben nicht eingelöst hat. "Warum Brasilien?" erzählt das Zusammentreffen der Schriftstellerin Christine Angot mit dem jüdischen Journalisten Pierre Louis Rozynes. Ist er es, der das große Versprechen der Liebe einzulösen vermag?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2004

Packend zu lesen findet Rezensent Jürg Altwegg diesen "zeitgenössischen Liebes- und Gesellschaftsroman in eigener Sache". Auch sei er - "im Widerspruch zum Ruf, den die neue französische Frauenliteratur hat" - weder freizügig, noch schamlos. Die Geschichte spielt, lesen wir, in der Wohnung des Starautors Frederic Beigbeder: eine Abendgesellschaft mit abgeklärten Vierzigjährigen und Prominenz des Pariser Kulturbetriebs. Protokollartig sieht der Rezensent die Autorin Gesprächsfetzen dieser Salonkonversation rekapitulieren und dazwischen ein Porträt von Paris und seiner unerträglichen sozialen Kälte zeichnen. Insgesamt dreht sich im Buch dann aber doch alles ein bisschen im Kreis, findet Altwegg. Deshalb müsse am Ende auch die geschilderte Liebesgeschichte der Autorin Scheitern, zumindest literarisch. Zwar betrachtet die Autorin "mit geschärfter Intelligenz" sich wie auch die Stadt Paris durchaus schonungslos, erklärt Altwegg, doch sie entwickelt sich nicht, stellt er fest, ihre Krisen wiederholen und gleichen sich.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.11.2003

Die Luft ist raus aus Christine Angot, notiert Michaela Klopp-Marx ungerührt. Angot ist eine der vier "schamlosen Französinnen", die in den vergangenen Jahren mit dezidiert autobiografischen und "recht freizügigen" Romanen Furore machten. Ihr neuer Roman, schreibt die Rezensentin, ist das Bild einer restlos erschöpften Autorin und gleichzeitig das "monomanische Protokoll" einer missglückten Beziehung zu einem ihrer Kritiker. Angots Stil sei auch in dem neuen Buch deutlich erkennbar: eine Kombination aus "(einst) angesagten Theoremen", vorgetragen in abgehackten Staccato-Sätzen, fugenartigen Wortwiederholungen, und unmotivierten Vor- und Rückblenden", das Ganze abgeschmeckt mit einer "eigenwilligen" Interpunktion. Das betont Ungekünstelte, das in "Inzest" noch gewirkt hat, erscheint nunmehr nur noch als Selbstzitat und damit "lächerlich", urteilt die Rezensentin.

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