Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christian Vogel

Anthropologische Spuren

Zur Natur des Menschen

Hirzel Verlag, Stuttgart 2000
ISBN-10 3777609765
ISBN-13 9783777609768
broschiert, 256 Seiten, 34,77 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Volker Sommer. I. Das Erbe der Primaten 1 Trends der Primatenentwicklung 2 Die biologische Evolution der Kultur 3 Menschliches Verhalten: Biogenese und Tradigenese II. Anthropologie in der Anwendung 4 Der Mythos der Geburtenkontrolle 5 Über das Töten von Menschen 6 Soziobiologische Aspekte der Reproduktionsmedizin III. Politik der Anthropologie 7 Evolution der Moral 8 Rassenhygiene - Rassenideologie - Sozialdarwinismus 9 Anthropologie: Versuchungen und Vorwürfe IV. Epilog 10 "Sie ist die Erste nicht!" - Soziobiologie der Gretchen-Tragödie

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2000

Die hier vorliegenden Aufsätze des 1994 verstorbenen Zoologen, lassen Gerd Roellecke bedauern, sich zu Lebzeiten nicht in dessen Vorlesungen gesetzt zu haben, denn auf so einleuchtende Weise über ein so komplexes Thema zu schreiben kann nur ein "bedeutender Kopf", findet er. Die Grundfrage Vogels, der Neodarwinist aber keinesfalls Sozialdarwinist war, referiert Roellecke in seiner ausführlichen Besprechung als die nach der Nicht-Entwicklung von Schimpansen und Gorillas zum Menschen, und seine Thesen, dass es bei der Entwicklung neuer Arten nicht um den Sieg des Stärkeren geht, sondern um die Kontinuität der Gene. Schnell bringt der Rezensent dann aber Sloterdijk ins Spiel, da diese Themen für ihn in Wahrheit philosophische Frage sind und setzt dadurch den Rahmen für das, was ihn am meisten interessiert: die ethische Dimension biologisch-anthropologischer Forschung. Obzwar Roellecke meint, die Aufsätze Vogels vermitteln viel Wissenswertes, aber Fragen der Moral kommen ihm zu kurz. Es reicht nicht aus, sich als Wissenschaftler mit der "Folgeentlassung" zu begnügen, wie sie von Vogel vorgeführt wird im Fall der zur Definition von "Zigeunern" im Dritten Reich herangezogenen Anthropologin, die sich für unschuldig hielt an deren anschließender Ermordung.

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Archiv: Bücherschauen

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