Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christian Oster

Meine große Wohnung

Roman

Cover: Meine große Wohnung

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN-10 382180694X
ISBN-13 9783821806945
Gebunden, 205 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Lis Künzli. Endlich! Sie ist groß, sie ist geräumig, sie ist hell. Sie ist verschwenderisch eingerichtet, sie ist perfekt. Die große Wohnung, bereit Luc Gavrin mitsamt seiner Anne aufzunehmen. Aber Luc ist ein Pechvogel. Er verliert nicht nur binnen kurzem Job und Freundin, er verliert auch seine Mappe, die ihm immer Halt gab - und mit ihr den Schlüssel zur großen Wohnung. Heimatlos und einsam muß er ins Hotel - bis sein Blick im Schwimmbad auf eine Frau fällt. Sie ist einfach die Richtige. Eine wundervolle, schwangere Frau: Mit ihr wird er in seine große Wohnung einziehen. In seinen Gedanken sind sie schon ein Paar, schon ist die Wohnung umgebaut, ein Kinderzimmer drin, schon küssen und lieben sie sich. Bleiben nur noch zwei Kleinigkeiten: Luc muß seinen Schlüssel wiederfinden. Und die fremde Schwangere im Schwimmbad von ihrem künftigen Glück wissen lassen ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.08.2001

Carsten Hueck ist überrascht vom "Lob der Leere", wie er den ersten ins Deutsche übersetzten Roman des 52jährigen Franzosen betitelt, der eine Liebesgeschichte, ein "Roman über das Dasein, die Kraft des Augenblicks" sei. Es sind die Wendungen, die den Leser überraschen und das Buch zu einem "fröhlichen Balanceakt ... zwischen existenzieller Weisheit und humorvoller Unterhaltung" machen, schreibt der Rezensent. Kurze Sätze, ungelenk scheinende Konstruktionen und ernst genommene Trivialitäten schaffen ironische Distanz zu den sympathisch bleibenden Figuren, findet Hueck und freut sich, dass der Autor den Blick auf die Protagonisten immer nur so tief führt, dass ihr Wandeln durch das Leben in jedem Augenblick spannend und überraschend bleibt. Die im Titel anklingende und im Cover aufgenommene Raummetapher ist Symbol und Motiv des Romans - es gehe um das Spiel mit der Leere und um ihre Bedeutung als Projektionsfläche, schreibt Hueck und scheint traurig, dass auch dieses Buch in seiner papiernen Form ein Ende hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2001

Einen neuen Ton, der sich gerade durch seine Diskretion im Ohr festsetze, hört Rezensent Martin Ebel aus diesem Roman klingen. Sein Protagonist sei der "geborene und entschlossene Verlierer". Wäre Oster ein deutscher Autor, dann würde man vielleicht an "die Verlierergestalten von Robert Walser" denken. So aber muss Ebel unweigerlich den Vergleich mit Emmanuel Bove suchen: Oster sei ein Bove, der in Dur komponiere. Die "prekären Existenzen" seines Buches hülle er "mit Nachsicht, Ironie und Humor" ein. Besonders den Protagonisten Luc Gavarine hat Ebel mit inniger Anteilnahme begleitet, wie er auf Osters "Anknüpfungs- und Fortspinnungsprosa" seinem Scheitern entgegen trieb. Christian Osters siebter Roman, erfahren wir auch, ist der erste, der nun auf deutsch vorliege. Der diskrete, und daher umso eindringlichere Enthusiasmus, mit dem Ebel das Buch bespricht, legt nahe, sich weitere Oster-Bücher auf Deutsch zu wünschen. Der Übersetzerin Lis Künzli bescheinigt Ebel, ihre Sache gut gemacht zu haben. Selbst "die preziös klingende Verbform 'Subjonctif II '" habe sie im Deutschen sinnfällig nachgebildet. Lediglich gegen Ende sei ihre Sorgfalt allgemein ein wenig erlahmt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2001

Der Rezensent mit dem Kürzel "lhg" kann diesem Band offenbar nicht viel abgewinnen und wundert sich sehr, dass das Buch in Frankreich mit dem Prix Médicis ausgezeichnet worden ist. Denn seiner Ansicht nach ist Osters Prosa "manieriert und tritt erzählerisch auf der Stelle", und auch an der Übersetzung lässt "lhg" kein gutes Haar: Hier kann er zwar "irgendwie die deutsche Syntax und auch deutsche Wörter" erkennen, doch deutsche Sprache sei dies deswegen noch lange nicht. Um dies zu unterstreichen, führt der Rezensent einige besonders verschwurbelte Beispiele aus dem Band an. Zwar räumt er ein, dass es immer wieder mal misslungene Übersetzungen gibt. Doch "aussichtslose Fälle wie dieser sind schon seltener", merkt er spürbar genervt an. Auch der Verlag bekommt sein Fett weg, da dieser nach "lhg" doch ein wenig mehr Sorgfalt hätte an den Tag legen können.

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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