Bücherschau der Woche
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Klappentext
In ihrem neuen Roman verwebt Christa Hein kunstvoll die Handlungsfäden eines Kriminalfalles mit der Familiengeschichte der 23-jährigen Judith und ihrer Suche nach sich selbst. Bei dem Versuch, die Hintergründe des Mordes an einer jungen Italienerin aufzudecken, gerät Judith immer tiefer in die Problematik der eigenen Familiensituation. Das Bemühen, Licht in diese Verhältnisse zu bringen, wird zum Schlüsselerlebnis ihrer Selbstbefreiung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2000
Aus Wolfgang Schneiders Rezension lässt sich schließen, dass die Autorin hier ihre Fähigkeiten nicht immer voll ausgespielt hat. Es gibt, wie er anmerkt, in diesem Roman Passagen, die mehr versprechen als einen "mäßig unterhaltsamen Unterhaltungsroman". Bedauerlich findet er das schwache Konzept des Romans und besonders die etwas unnatürliche Häufung von Zufällen: Zufällig ist jemand am rechten Ort, zufällig erinnert sich jemand an etwas Entscheidendes, zufällig tauchen wichtige "Requisiten" auf. Menschen sind ganz schlicht entweder gut oder böse, was der Rezensent denn doch ein wenig simpel findet. Die kriminalistischen Aktivitäten der Protagonistin Judith erinnern ihn an den "Charme eines verspäteten Fünf-Freunde-Abenteuers mit der Kunst Derrickscher Kombinatorik". Besser gefallen ihm Heins Beschreibungen - etwa wie sie einen "Mittagsspaziergang durch die Straßen Genuas" schildert. An Stellen wie dieser lässt die Autorin etwas von ihrem schriftstellerischen Vermögen durchblitzen, erklärt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2000
Wohl gesonnen zeigt sich Christiane Schott dem zweiten Roman von Christa Hein. Wie schon in ihrem Erstling "Der Blick durch den Spiegel" begleitet die Autorin den Prozess der Identitätssuche einer jungen Frau, lässt uns die Rezensentin wissen, diesmal als Familienbild vor italienischer Küste, wobei auch in diesem Roman das Spiegel-Motiv und die Fotografie als probates Mittel der Spurensuche in der Vergangenheit und Gegenwart herhalten müssen. Schott ist angetan von der "stimmigen Dramaturgie" des Romans, der zwar konventionell gebaut sei, aber atmosphärisch dicht erzählt werde. Sprachlich ist ihr Hein nicht ambitioniert genug: da fehlen der Rezensentin "Pfiff und Mut" zu mehr Experiment und Unverwechselbarkeit, die Dialoge erscheinen ihr gekünstelt. Die Frankfurter Autorin, 45 Jahre alt, hat in Amerika "creative writing" unterrichtet, teilt Schott zwischendurch mit und bestätigt indirekt den von ihr vermittelten Eindruck, dass es sich bei Christa Heins "Scirocco" um ein wenig originelles, aber solide gearbeitetes Buch handelt.
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