Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Englischen von Susanne Koehler. Wie schon in seinem ersten Roman "Okonkwo oder das Alte stürzt" ist es auch in "Heimkehr in fremdes Land", dessen Hauptfigur der Enkel von Okonkwo ist, Achebes Anliegen, "meiner Gesellschaft zu helfen, den Glauben an sich selbst wiederzugewinnenund die Komplexe zu überwinden, die durch lange Jahre der Beleidigung und Selbsterniedrigung entstanden sind": Obi Okonkwo, Stolz und Hoffnung seines von alters her berühmten Dorfes, kehrt in den fünfziger Jahren vom Studium in England zurück, wohinihn die Dorfgemeinschaft gesandt hatte. Denn "die Dinge des weißen Mannes zeugen heute von Größe". Obi kehrt in der Zeit vor der Unabhängigkeit in die Hauptstadt Lagos zurück, wo er - als Regierungsbeamter Teil der neuen Elite - versucht, den Erwartungen seiner christlichen Familie und der den alten Traditionen verhafteten Dorfältesten gerecht zu werden. Zugleich muss er die Anforderungen seiner Stelle zu erfüllen versuchen. Seine Verbindung mit Clara, Tochter aus "verbotenem Hause", scheitert am Widerstand seiner Eltern. Zwischen den Kräften zerrieben, unfähig,das traumatische Erlebnis der Begegnung seiner Kultur mit Europa zu verarbeiten, erliegt Obi schließlich dem Versuch der Korruption.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2002
Als "Erzählung von den Phantomschmerzen der Modernisierung" bezeichnet beeindruckt Rezensent Tobias Döring den (in kluger Übersetzung) wiederaufgelegten Roman des bedeutenden nigerianischen Erzählers. Dieser 1960 "genau zur offiziellen Unabhängigkeit des Landes" zuerst erschienene Roman fängt seiner nach Ansicht nach auch die nervöse Stimmungslage einer "prekären Aufbruchsperiode" ein. Durch die "unaufdringliche Kunst seiner Milieuschilderung aus dem spätkolonialen Lagos" sowie durch "skizzenhafte doch detailgetreue Figurenporträts" gelinge es dem Friedenspreisträger des Jahres 2002, die "einfache Fabel vom Aufstieg und Fall eines Dorfjungen in der Metropole" zu einer Chronik vom Verfall einer Familie zu vertiefen. In deren bitteren Geschicken sieht der Rezensent sich die "Geschichte einer Übergangsgesellschaft mit ungesicherten Zukunftsvisionen" brechen. Doch kann man Döring zufolge in diesem Roman auch verfolgen, "dass Traditionen und Moderne, herkömmliche Lebensweise und neuer, westlich geprägter Lebensstil" keine Gegensätze bilden müssten, sondern sich durchaus produktiv begegnen und durchdringen könnten.
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