Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Chinua Achebe

Heimkehr in fremdes Land

Roman

Cover: Heimkehr in fremdes Land

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 351841383X
ISBN-13 9783518413838
Gebunden, 194 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Koehler. Wie schon in seinem ersten Roman "Okonkwo oder das Alte stürzt" ist es auch in "Heimkehr in fremdes Land", dessen Hauptfigur der Enkel von Okonkwo ist, Achebes Anliegen, "meiner Gesellschaft zu helfen, den Glauben an sich selbst wiederzugewinnenund die Komplexe zu überwinden, die durch lange Jahre der Beleidigung und Selbsterniedrigung entstanden sind": Obi Okonkwo, Stolz und Hoffnung seines von alters her berühmten Dorfes, kehrt in den fünfziger Jahren vom Studium in England zurück, wohinihn die Dorfgemeinschaft gesandt hatte. Denn "die Dinge des weißen Mannes zeugen heute von Größe". Obi kehrt in der Zeit vor der Unabhängigkeit in die Hauptstadt Lagos zurück, wo er - als Regierungsbeamter Teil der neuen Elite - versucht, den Erwartungen seiner christlichen Familie und der den alten Traditionen verhafteten Dorfältesten gerecht zu werden. Zugleich muss er die Anforderungen seiner Stelle zu erfüllen versuchen. Seine Verbindung mit Clara, Tochter aus "verbotenem Hause", scheitert am Widerstand seiner Eltern. Zwischen den Kräften zerrieben, unfähig,das traumatische Erlebnis der Begegnung seiner Kultur mit Europa zu verarbeiten, erliegt Obi schließlich dem Versuch der Korruption.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2002

Als "Erzählung von den Phantomschmerzen der Modernisierung" bezeichnet beeindruckt Rezensent Tobias Döring den (in kluger Übersetzung) wiederaufgelegten Roman des bedeutenden nigerianischen Erzählers. Dieser 1960 "genau zur offiziellen Unabhängigkeit des Landes" zuerst erschienene Roman fängt seiner nach Ansicht nach auch die nervöse Stimmungslage einer "prekären Aufbruchsperiode" ein. Durch die "unaufdringliche Kunst seiner Milieuschilderung aus dem spätkolonialen Lagos" sowie durch "skizzenhafte doch detailgetreue Figurenporträts" gelinge es dem Friedenspreisträger des Jahres 2002, die "einfache Fabel vom Aufstieg und Fall eines Dorfjungen in der Metropole" zu einer Chronik vom Verfall einer Familie zu vertiefen. In deren bitteren Geschicken sieht der Rezensent sich die "Geschichte einer Übergangsgesellschaft mit ungesicherten Zukunftsvisionen" brechen. Doch kann man Döring zufolge in diesem Roman auch verfolgen, "dass Traditionen und Moderne, herkömmliche Lebensweise und neuer, westlich geprägter Lebensstil" keine Gegensätze bilden müssten, sondern sich durchaus produktiv begegnen und durchdringen könnten.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren