Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Englischen von Michael Zillgitt. Zwilling der Unendlichkeit ist die faszinierende Erzählung davon, wie die unscheinbare und zugleich widersprüchliche Zahl Null genialen Wissenschaftlern den Verstand raubte, ewige Feindschaft zwischen berühmten Denkern heraufbeschwor und sich schließlich zum größten Problem für den weiteren Fortschritt der modernen Physik entwickelte.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2000
Ernst Horst vermutet einen Zusammenhang mit der Jahreszahl, weil gleich zwei Bücher über die Null in seinem Briefkasten gelandet sind.
1) Charles Seife: "Zwilling der Unendlichkeit"
Seifes Buch findet er ganz amüsant. Sogar subversiv sei diese Einführung in wichtige Teile der Mathematik und Physik, weil sie "ihren ganz banalen Kontext transzendiere". Was man sich darunter vorzustellen hat, wird der Laiin allerdings nicht so recht klar. Sofort einleuchtend dagegen der Hinweis, dass man "Ahnungslosen, die an sich lieber Heimito von Doderer als Hoimar von Dithfurth lesen" mit diesem Buch eine "angenehme Überraschung" bereiten könne. Kostproben aus dem Leben der Null wirken dann aber doch eher abschreckend, das die Einschätzung, dies sei ein Buch für Ahnungslose, wieder stark relativiert wird. Horst lobt die "angenehme Illustrierung" des Buchs, bemängelt aber das fehlende Register.
2) Robert Kaplan: "Die Geschichte der Null"
Über Robert Kaplan lesen wir bei Ernst Horst, dass dieser zusammen mit seiner Frau einen Zirkel gegründet habe, "für alle, die Spaß an der Mathematik haben". In die "Geschichte der Null" ist von diesem Spaß wohl nur wenig gedrungen. Eine "frohe Botschaft für bereits bekehrte Philarithmetiker", aus der man vermutlich wenig lernen werde, findet Horst enttäuscht. Der Stil sei "gewollt maniriert", Kaplan komme vom "Hundertsten ins Zehnmillionste". Auch nicht sehr vorteilhaft: die amateurhaften Zeichnungen. Aber wenigstens ein Register gibt es.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.04.2000
Rolf-Bernhard Essig bespricht dieses Buch zusammen mit "Die Geschichte der Null" von Robert Kaplan (Campus Verlag). Beide Bücher haben ihn begeistert. Geradezu aufgeregt zeichnet Essig die Geschichte dieser etwas unheimlichen Zahl nach, die im alten Babylon erfunden wurde und über Ägypten, Indien und die Islamische Welt ins Christentum gebracht wurde - Essig schildert die Schwierigkeiten, die diese Kultur mit der Null hatte. Ihr Zwilling ist die Unendlichkeit - aber Gottes Universum wurde als begrenzt gedacht. Beide Bücher legt Essig den Lesern ans Herz, zumal sie sich "ideal ergänzen".
Seifes Ansatz nennt Essig mehr mathematisch-physikalisch, die Geschichte der Null werde bei ihm zu einer "Erfolgsstory des Denkens". Bei Kaplan interessiert den Rezensenten dagegen der mehr kulturhistorische Ansatz. Kaplan untersuche zum Beispiel auch die Implikationen des Wortes "Null" in der Sprache. Lobend erwähnt Essig auch, dass beide Bücher keine speziellen mathematischen Kenntnisse voraussetzen.
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