Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Cesar Aira

Humboldts Schatten

Novelle

Cover: Humboldts Schatten

Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2003
ISBN-10 3312003210
ISBN-13 9783312003211
Gebunden, 122 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Aus dem argentinischen Spanisch von Matthias Strobel. Nachwort von Ottmar Ette. Cesar Aira erzählt vom Abschnitt einer Reise, die den Augsburger Maler Johann Moritz Rugendas im Jahr 1837 nach Südamerika führt. Gefördert von seinem Mentor Alexander von Humboldt malt Rugendas atemberaubende Bilder von den Menschen und Landschaften der Anden - bis ihn eines Tages ein fürchterliches Unglück ereilt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2004

Hans-Peter Kunisch ist ebenso unterhalten wie beeindruckt von diesem Buch über Johann Moritz Rugendas, einen Maler, der im Auftrag von Alexander von Humboldt Südamerika erkundete und dokumentierte. Über seinen Natur-Dokumentierungsauftrag ging er jedoch weit hinaus. Der Roman erzählt seine in weiten Teilen wahre, nur an dramaturgisch notwendigen Punkten fiktionalisierte Geschichte. Trotzdem habe der Autor César Aira sie "so detailreich und kühl geschrieben, dass man Johann Moritz Rugendas, dessen Katalog 3353 Nummern enthält, für ganz und gar erfunden halten kann." Die Prosa des argentinischen Schriftstellers sei ?ein auffälliges Beispiel für das südamerikanische Gegenmodell zum 'tropischen' magischen Realismus". Die literarische Ausleuchtung der sowieso schon interessanten Figur Johann Moritz Rugendas findet Kunisch jedenfalls ausgesprochen faszinierend.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2004

Auf eine nicht leicht zu greifende Weise faszinierend findet Rezensent Hans-Martin Gauger diese Novelle. Es beginnt zunächst wie ein schön geschriebenes Sachbuch, schreibt er fasziniert. Bald jedoch gleite es unmerklich ins Fiktive hinein, und zwar mit einer narrativen Intensität, dass sich für den Rezensenten die Fiktion dem "Exotisch-Fremden" der Beschreibung beinahe magisch und "auch etwas metaphysisch" hinzufügt. Es geht, wie wir lesen, um den Reisemaler Johann Moritz Rugendas, Gauger zufolge eine historische Figur, der unter anderem im Auftrag Alexander Humboldts fremde Landschaften, samt Bewohner und Bewuchs dokumentierte. Der Rezensent ist besonders vom Einfühlungsvermögen des argentinischen Autors beeindruckt, mit der er sich in den Europäer hineinversetzt hat. Auch die gewaltige Schilderung des schrecklichen Unglücks, dass den Maler fürs Leben so grässlich entstellt, dass sein Gesicht fortan sogar als Waffe gegen Indiander-Überfälle taugt, bewegt Gauger sichtlich. Selbst die Übersetzung wird hochgelobt, das Nachwort mit dem Prädikat "vorzüglich" versehen. Nicht ganz einsehbar allerdings findet der Rezensent den deutschen Titel der Novelle, die im Original "Eine Episode im Leben eines Reisemalers" heißt.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2003

Steffen Richter ist begeistert von dieser Novelle des argentinischen Autors Cesar Aira. Der nimmt einen Reitunfall, den der Maler Johann Moritz Rugendas (es gab ihn wirklich) in der argentinischen Pampa erlitt, zum Ausgangspunkt für "eine der möglichen Geschichten von der Erfindung Amerikas". Der Maler war von Alexander von Humboldt mit der Dokumentierung der lateinamerikanischen Pflanzenwelt beauftragt worden und ist somit in Richters Verständnis ein "visueller Kolonisator", der aber nichtsdestotrotz "ein Gespür für die Einzelheiten" und ein Interesse an der Auseinandersetzung mit dem "radikal Fremden" hat. Indem Aira die "Begebenheit behutsam aus der Welt der Wahrscheinlichkeit in die eines halluzinatorischen Halbschlafs" überführt, gelingt es ihm, so unser Rezensent, unterschiedlichste Aspekte und Perspektiven zu thematisieren. Für Richter ist so ein vielschichtiger, gelungener Text entstanden, der gleichzeitig "Künstler-, Reise- und Abenteuererzählung" ist.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren