Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Englischen von Monika Schmalz. Jamaika zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die reiche Kaufmannstochter Nancy soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Minerva ist Sklavin und muss - bewacht von einem skrupellosen Aufseher - auf der Plantage von Nancys Vater arbeiten. Um ihrem jeweiligen Schicksal zu entkommen, beschließen die beiden jungen Frauen, alles zu riskieren, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und zu fliehen. Sie heuern auf dem berüchtigten Piratenschiff Deliverance an, und es beginnt eine aufregende, lebensgefährliche Reise ...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2006
Stefan Hentz untersucht den Stellenwert des Seeräubers in der gegenwärtigen Abenteuergeschichtenproduktion und stellt fest, dass nicht zuletzt durch die Darstellung des Hollywoodpiraten Jonny Depp, galant und gefährlich zugleich, noch kräftig am Mythos gestrickt wird. John Matthews' versuche mit seinem "Such-und-Finde-Buch" mit dem schlichten Titel "Piraten" das Gleichgewicht zwischen Facts und Fiction zumindest teilweise wieder herzustellen, indem er historische Zeugnisse und "romantische Verklärung" kombiniere. Auf der Benutzoberfläche stachele das Buch den kindlichen Abenteuergeist an und strotze nur so vor Material: Schatzkarten zum Rausnehmen, dicke Seiten zum Ausklappen, mit strategischen Dokumenten oder detailgetreuen Bildern von Zwieback und "Entermessern". In den Texten jedoch betone Matthews die realistische Seite des historischen Freibeuterlebens im 16. und 17. Jahrhundert, das zumeist rauh, brutal und kurz war. Dabei komme auch Kurioses zu Wort, wie die demokratische Wahl des Kapitäns, Strafen bei Fehlverhalten oder "verbindliche Entschädigungssummen für verlorene Körperteile", so Stefan Hentz.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.03.2004
Als "ideales Lesefutter" für "Mädchen im Teenageralter, die die melodramatische Seite des Lebens alterbedingt sehr wichtig nehmen", bewertet Petra Hartlieb diesen Roman von Celia Rees, in dem die Heldin Nancy die Sklavenhaltergesellschaft verstehen lernt. Die ehemalige Lehrerin verschone dabei ihr jugendliches Publikum nicht mit drastischen Schilderungen der Gräueltaten jener Zeit, in der "geschlagen, gefoltert, vergewaltigt" wird. Spannend und gefühlvoll erzähle Rees die Geschichte von Nancy Kington, die aus Profitgründen gegen ihren Willen verheiratet werden soll und deshalb mit einer Sklavin von der Zuckerrohrplantage ihres Vater flieht. Dabei vermittle die Autorin ganz unaufdringlich historische Fakten und politische Zusammenhänge. "An diesem Punkt erreiche Celia Rees' erzählerisches Können Höchstform: Was haben Piraten und Sklavenhandel miteinander zu tun? Wie denkt und handelt ein Mädchen der britischen Oberschicht des 18. Jahrhunderts? Welche Rolle spielen Marine und Handel in jener Zeit?", schreibt Hartlieb, dem der Roman offenbar gut gefallen hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.12.2003
Mit diesem in der "Hochzeit des Sklavenhandels und der Piraterie" spielendem Jugendroman hat die englische Autorin Celia Rees dem Rezensenten Reinhard Osteroth manch vergnügliche Stunde beschert. Anfänglich, gesteht Osteroth, war er ja noch skeptisch, ob es Rees wirklich gelingen wird, dem "Genre der alten Seefahrergeschichten" neues Leben einzuhauchen. Doch die Skepsis blieb unbegründet, sei ihr doch ein "gesättigtes, atmosphärisch dichtes Buch" geglückt, in das der Lesende stets über die detaillierten Beschreibungen ins "Geschehen" gezogen werde. Sicher, die Vorgeschichte wirke bei aller Stimmigkeit ein wenig konstruiert und "vorgestanzt", bemerkt der Rezensent, doch sei es bei dieser einen Merkwürdigkeit geblieben. Erzählt wird die Geschichte der sechzehnjährigen Nancy Kington aus Bristol, die nach dem Ableben ihres Vaters dessen Plantagenwirtschaft in Jamaika übernehmen und zudem den "reichen und berüchtigten Freibeuter" Bartholome ehelichen soll. Danach steht ihr naturgemäß nicht wirklich der Sinn, und Herrin über Sklaven möchte sie auch nicht sein. Gemeinsam mit ihrer Freundin, der Sklavin Minerva Sharpe, entflieht sie dem vorbestimmten Leben. Sie heuern bei Piraten an und die große Fahrt über die Weltmeere kann beginnen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2003
Lustvoll variiert findet Rezensent Andreas Obst das Piratenthema in diesem Jugendroman, den er besonders wegen seiner mitreißen Beschreibungen ausgesprochen vergnüglich fand. Im Mittelpunkt sieht er zwei weibliche Teenager stehen, die es unter die Piraten verschlagen hat. Die vielfach gewundene Handlung spannt seinen Informationen zufolge einen weiten geografischen Bogen und die Autorin verstehe es in ihrem "Schmöker" sogar, auch "explizite Grausamkeiten durch Lakonie zu entschärfen". Auch der virtuose Umgang mit Symbolen, Leitmotiven und "der Technik des Cliffhangers" belegten dem Rezensenten die hohe Handwerkskunst der Erzählerin.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Mit diesem Titel geht der englische Bloomsbury Verlag an den deutschen Markt, informiert Imke Meier. Keine schlechte Wahl, bemerkt sie, denn Celia Rees sei auch hierzulande mittlerweile mit ihren gut recherchierten Abenteuergeschichten anerkannt. Ihr neuer, im 18. Jahrhundert angesiedelter Roman "Piraten!" passt hervorragenden zur jüngsten Seeräuber-Renaissance, meint Meier, die sich unter anderem dem Film "Der Fluch der Karibik" verdanke. Im Buch gebe es ebenfalls ein junges wohlbehütetes Mädchen, das allerdings nach dem Tod des Vaters nach Jamaika verkauft wird und dort mit ihrer Sklavin auf einem Piratenschiff Zuflucht sucht. Rees schreibt recht konventionell, meint Meier, beherrsche aber ihr Metier ganz hervorragend, so dass eine gut gebaute, spannend und lebendig erzählte Abenteuergeschichte dabei herausgekommen sei. Darüber hinaus gelinge ihr eine präzise Beschreibung der sozialen Realität vor allem von Frauen im frühen 18. Jahrhundert.
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