Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Casimir Ulrich Boehlendorff

Casimir Ulrich Boehlendorff: Werke in drei Bänden

Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3878776195
ISBN-13 9783878776192
Gebunden, 1937 Seiten, 254,62 EUR

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Klappentext

Der Herausgeber Frieder Schellhase (Hamburg) publiziert hier erstmals die verstreut überlieferten Texte Boehlendorffs (1776-1825) sowie Material aus dem bisher vollkommen unbekannten handschriftlichen Nachlaß in estnischen, lettischen und deutschen Archiven, die von ihm im Laufe der letzten zehn Jahre in mühsamer Kleinarbeit erschlossen wurden. Nicht nur bietet die dreibändige Ausgabe erstmals eine Grundlage für eine angemessene literaturgeschichtliche Beurteilung Boehlendorffs, sie bringt im Briefteil und den Anmerkungen außerdem eine Fülle von Forschungsergebnissen zur literarisch-gesellschaftlichen Situation um die Wende zum 19. Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2001

Hat man erst Bernhard Dotzlers Besprechung dieser Werkausgabe gelesen, erscheinen drei Bände Boehlendorff eigentlich ein bisschen übertrieben. Nicht dass der von Schiller geschmähte, von Hölderlin als Freund verehrte Boehlendorff nichts zu sagen gehabt hätte, im Gegenteil: Dotzler benötigt schon einen mächtigen Absatz, um uns einen Eindruck vom Umfang des angezeigten Werkes zu geben. Allein außer seinem Erstaunen, "wie enthusiastisch viel da zu Papier gekommen ist", weiß Dotzler kaum etwas für diese Ausgabe Einnehmendes mitzuteilen. Wen allerdings Schriften vom Sessel zu reißen vermögen, die, wie der Rezensent doch eher lustlos vermeldet, ihr "Drängendes" ebenso wie "ihre Einheit mit dem Leben, von dem sie Auskunft geben", nicht verhehlen, dem sind ja selbst 2000 Seiten vielleicht noch zu wenig.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2000

Kein Genie, aber ein charakteristisches Talent seiner Zeit sei Boehlendorff gewesen. Ausführlich und kenntnisreich erläutert Lothar Müller die späte Edition seines Werkes. Boehlendorff, der allenfalls als Figur einer Erzählung von Johannes Bobrowski oder als Freund Friedrich Hölderlins noch ein Begriff gewesen sei, wird ideengeschichtlich, literatur- und sozialgeschichtlich eingeordnet. Seine Existenz als Hofmeister wird dabei ebenso beleuchtet, wie die baltische Herkunft und die zeitgenössische Rezeption seines Werkes. Müller selbst ordnet Boehlendorffs Werk "einer "Sprache des Überschwangs" zu, nicht ohne gehörige Skepsis diesem "Enthusiasmus der Dichter von damals" und dem "demütigen Stammeln der frommen Verehrer Hölderlins" zum Ausdruck zu bringen, dessen Werk erst Peter Szondi wieder aus den Landser-Tornistern geholt hätte. Boehlendorff-Herausgeber Frieder Schellhase bezeichnet Müller als "späten Ehrenretter" des Dichters. Der akribischen Suche nach Manuskripten, die Schellhase in Archive und Bibliotheken von Krakau bis Riga geführt haben, zollt er Respekt. Den "reichhaltigen" Kommentar findet der Rezensent mitunter wohl etwas zu üppig geraten. Aber der Kommentar gehe mit der Literaturgeschichte ins Gericht, die Boehlendorff "zum hoffnungslos epigonalen Dilettanten" gestempelt hätte.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren