Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Schwedischen von Angelika Gundlach. Wie ein Barbar fühlt sich der schwedische Romancier Carl-Johan Vallgren unter all den Berühmtheiten auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof. Abseits der offiziellen Touristenpfade nimmt er den Leser mit auf eine ungewöhnliche Reise durch die "eigenartige" Stadt und erzählt in acht locker verknüpften Essays 100 Jahre Berliner Geschichte. Kaiserzeit, Weimarer Republik, Drittes Reich, Deutscher Herbst und Wendezeit haben in der alten und neuen Hauptstadt Spuren hinterlassen. Der Autor berichtet nicht nur über die Geschichte der Straßen, Häuser und Plätze, sondern auch über die unterschiedlichen Menschen, die in dieser Stadt lebten und arbeiteten wie z.B. Alfred Döblin, Albrecht Speer, Anna Seghers, Ulrike Meinhof und Wolf Biermann.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.09.2000
Der deutsche Titel sei irreführend, rügt Hermann Wallmann, in Wahrheit heiße das Buch "Berlin in 8 Kapiteln", womit nüchtern das Arbeitsvorhaben des Autors umrissen sei, ohne ihn damit auf eine Stufe mit Henri Michaux` "Ein Barbar in Asien" zu stellen - ein Anspruch, den der Autor gar nicht erhebt und dem Rezensenten zufolge wohl auch nicht erfüllt. Wallmann hat das Buch, das Topographie und Historiographie der Stadt Berlin quer durch das 20. Jahrhundert verschränkt, ansonsten recht gut gefallen. Sechs Rundgänge, eingefasst von einem Epilog über den Dorotheenstädtischen Friedhof und einem Epilog über Sanssouci, das macht acht Streifzüge durch die Geschichte Berlins - einschließlich Empfehlungen aller Art. Auch der Einheimische finde in diesen Rundgängen manch unerwartete Einsicht aus auswärtiger Sicht (der schwedische Autor lebt seit 1993 in Berlin), schreibt Wallmann, allerdings fand er manche Formulierung metaphorisch schlicht überfrachtet.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2000
Lediglich an dem Titel des Buchs hat Rolf-Bernhard Essig etwas auszusetzen. Denn in Wirklichkeit ist Vallgren, so der Rezensent, ein "sanfter, zartfühlender" Cicerone, der seinen Leser an die Hand nimmt und mit jedem Kapitel durch eine Dekade Berlins führt. So zum Beispiel "mit den Gewährsleuten Alfred Döblin und Franz Kafka" durch das Berlin der Zwanziger oder auch mit den Terroristen Baader, Meinhof und Ensslin durch die sechziger Jahre spaziert. Die größte Stärke des Buchs liegt für Essig vor allem in dem ruhigen Rhythmus der Spaziergänge und in Vallgrens "genießerisch-intelligenter Neugier". Dadurch sei das Buch zwar wenig geeignet für eilige Touristen. Dem, der jedoch etwas Muße mitbringt, kann der Rezensent das Buch wärmstens empfehlen. Im gefällt das Flanierende bei diesen Spaziergängen, bei denen Ruheplätze und Cafés eine ebenso große Rolle spielen wie Sehenswürdigkeiten und Museen. Vallgrens "anregende Assoziationsfreiheit und kritisch-unbefangene Urteilsfreude" machen den Band - trotz der wahren Flut an Berlin-Führern - zu einem Glücksfall, resümiert der begeisterte Rezensent.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








