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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bruno Bayen

Die Verärgerten

Roman

Cover: Die Verärgerten

Residenz Verlag, Salzburg 2000
ISBN-10 3701711895
ISBN-13 9783701711895
Gebunden, 136 Seiten, 19,94 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Peter Handke. Die Stadt, das Wetter, die Frauen und das Träumen - nein, es sind nicht Jules und Jim, von denen hier erzählt wird, sondern Jean und Osmer. Die beiden sind Freunde, was aber natürlich nicht heißt, dass nicht der eine ein Auge auf die Frau des anderen werfen könnte. Und das wiederum heißt nur, dass das Leben jederzeit und ständig von vorn beginnen kann.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2000

Ein Buch, das für Peter Hamm zu lesen ein Genuss war. Was zum einen an der Übersetzung von Peter Handke liegt, die den Rezensenten an den schönen Ton von dessen "Langsamer Heimkehr" erinnert, und zum anderen am Autor, dem es gelinge, besonders den kleineren Dingen, den Nebensächlichkeiten, Aufmerksamkeit zu schenken, so dass in jedem Satz "der Geist des ganzen Buches" enthalten ist. Der Inhalt lasse sich nicht nacherzählen, da es sich in lauter winzige Geschichten aufsplittere: "Hochgeschwindigkeitsromane" heißt es einmal im Buch dazu. Immerhin erfährt man, dass zwei befreundete Männer im Mittelpunkt stehen: zwei Tagträumer, deren Beziehung durch ein drittes Element, die Frauen, Belebung erfährt. Wobei es mehr um die Empfindungs- und Erlebnisfähigkeit geht als um konkrete Eroberungen, schreibt Hamm. Bayens Helden hafte ein Hauch der Zeitlosigkeit an, so dass man hinterher gar nicht mehr wisse, ob man das Buch nun gelesen oder geträumt habe. Aber es war wohl ein schöner Traum.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2000

Thomas Poiss ist bezaubert von der Zwanglosigkeit des Romans. Wenn er auch hin und wieder ins "Kalauernde" verfalle, entschädigten seine "ontologischen Weisheiten" mehr als genug, so der Rezensent begeistert und schwärmt gleich weiter: der Autor zeige sich als kenntnisreicher Psychologe, der die Wirrungen des Lebens in den Blick nehme und gleichzeitig wie ein Naturwissenschaftler mit ganz nah heranrücke. Der Rezensent legt dieses Buch nachdrücklich all denen ans Herz, die im Herbst Angst haben, allein zu bleiben. Einzig die Übersetzung des Titels vermag ihn nicht zu überzeugen, was aber hinsichtlich seiner begeisterten Besprechung eher nebensächlich erscheint.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2000

Männliche Leser dürften durch dieses Buch "eher sentimental, weibliche eher amüsiert gestimmt werden", vermutet Manuela Reichart. Denn schließlich hat Bayen hier die Geschichte einer Männerfreundschaft erzählt, welche zwar lange Zeit anhält, aber auch stark von Krisen, Eifersucht und Zweifeln geprägt ist. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist für die Rezensentin die ewige Sehnsucht nach dem, was man nicht hat: So träumt der Single von der Ehe und der Verheiratete sehnt sich nach der früheren Unabhängigkeit zurück. In Bayens Buch geht es nicht nur um Lebensgefühl, so die Reichart, sondern auch um "Überdruss, die verrinnende Zeit und die großen Irrtümer". Dabei gelinge es dem Autor hervorragend, die beiden Protagonisten sich im jeweils anderen spiegeln zu lassen. Zur Übersetzung Peter Handkes merkt Reichart nur trocken an, dass der Titel mit "Die Genervten" vielleicht besser getroffen worden wäre.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2000

Von dem Roman selbst ist Martin Ebel durchaus angetan: Bayens Hauptfiguren Jean und Osmer bleiben zwar schemenhaft, aber sie "schließen einen poetischen Raum auf", den der Leser selbst ausfüllen kann. Eine "Traumprosa" sei das, "grellgenau und doch nie ganz zu fassen", lobt der Rezensent. Die Dialoge erinnern ihn gar an die "Unsinns-Dialoge" des frühen Ionesco. An der Übersetzung von Peter Handke läßt Ebel allerdings kein gutes Haar. Mit seinen gestelzten Fremdwörtern (etwa "Zölibatär" anstelle von Junggeselle) verleihe Handke dem Buch einen "hofrätlichen Ton", den das Original nicht habe.

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