Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bodo von Plato (Hrsg.)

Anthroposophie im 20. Jahrhundert

Ein Kulturimpuls in biografischen Portträts

Verlag am Goetheanum, Dornach 2003
ISBN-10 3723511996
ISBN-13 9783723511992
Gebunden, 1166 Seiten, 69,00 EUR

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Klappentext

Dies ist ein Buch der Brücke zwischen Lebenden und Verstorbenen, ein Buch des Schicksals, der Entwicklung, der Bilder, ein Geschichts- und Nachschlagewerk. Erstmalig wird hier ein Gesamt-Bild dieser praxisorientierten geistigen Bewegung und ihrer hundertjährigen Entfaltung entworfen. Mit mehr als sechshundert Lebensgeschichten, skizziert von Autorinnen und Autoren aus aller Welt. Mit Bibliografien und einem Glossar.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2004

Eine nicht sehr große Gruppe Gleichgesinnter und im Namen Rudolf Steiners Versammelter hat im Laufe dieses Jahrhunderts, nicht zuletzt mit der erfolgreichen Gründung der Waldorfschulen, beträchtlichen Einfluss erlangt. In 600 Porträts werden in diesem "opulenten" Band die Protagonisten der Anthroposophie vorgestellt, von Michael Ende bis Otto Schily. Erfreulich, findet der Rezensent Helmut Zander, dass auch kritischere Geister wie Valentin Tomberg porträtiert werden. Auf Nennung von Kriterien für die Aufnahme verzichte der Band leider, es sei jedoch klar, dass es um "präsentable" Biografien zu tun ist: nicht zuletzt die Aussparung nationalsozialistischer Anthroposophen mache das deutlich. Am interessantesten scheint Zander im übrigen die zentrale "Leerstelle" des Buches: Der "Übervater" Rudolf Steiner wird nicht porträtiert.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2004

Die Rezension von Friedrich Wilhelm Graf strotzt nur so von Begriffen, bei denen Nichteingeweihte schnell das Grausen bekommen: von "Inkarnationsstörungen" ist die Rede, dem Steinerschen "Seelenkalender", dem Wissen um "wiederholtes Erdenleben", von "Raumbewegungskunst", "Wahrspruchworten für Auserwählte", "Pneumalehre" usw. Kein Lebensbericht in diesem Anthroposophenlexikon, der nicht den "heiligen Rudolf Steiner anruft", stellt Graf mit leichtem Schaudern fest. Gut sechshundert biografische Porträts großer Anthroposophen bietet die von der "Forschungsstelle Kulturimpuls" in Heidelberg herausgegebene Anthologie, und Graf wundert sich, dass es den dort abgehandelten Anthroposophen nie langweilig wurde, immer wieder neue Metamorphosen der Begegnung mit Rudolf Steiner zu schildern. Graf erklärt sich den Steinerschen Missionserfolg mit dessen außerordentlichem Geschick, aus den unterschiedlichsten religiösen Symbolwelten Versatzstücke zusammenzubringen. "Hier ist wirklich alles mit allem zusammengerührt", konstatiert Graf und porträtiert spitz die anthroposophische Zunft, zu der er Eurythmielehrer, Heilpraktiker, Waldorfschullehrer, Graphologen, Astrologen und andere Lebensberater zählt, die sich mit Weleda-Hautfunktionsöl eincremen, in Bio-Baumwolle aus Indien kleiden und gerne die Edda lesen.

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