Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bob Dylan

Lyrics 1962-2001

Cover: Lyrics 1962-2001

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2004
ISBN-10 3455015913
ISBN-13 9783455015911
Gebunden, 1152 Seiten, 39,95 EUR

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Klappentext

Sämtliche Songtexte. Englisch-Deutsch. Aus dem Amerikanischen von Gisbert Haefs. Mit Fotos. In diesem prächtig ausgestatteten zweisprachigen Band sind sämtliche Songtexte enthalten, die Bob Dylan zwischen 1962 und 2002 geschrieben hat, ins Deutsche übertragen von dem Schriftsteller und Bob-Dylan-Fan Gisbert Haefs. Bob Dylan hat nicht nur die letzten vierzig Jahre Musikgeschichte wie kaum ein anderer geprägt, sondern ist ebenso einer der großen und einflussreichsten Lyriker unserer Zeit, der mehrmals von Allen Ginsberg offiziell für den Literaturnobelpreis nominiert wurde.
Vierzig Jahre lang - das entspricht rund dreißig Alben mit neuen Songs - hat sich Bob Dylan immer wieder den Moden und Etikettierungen entzogen. Er spielte Folk, als die geistesverwandten Beatniks nur Modern Jazz und Bebop gelten ließen, stieß die Folk-Gemeinde vor den Kopf, als er mit einer Rock'n'Roll-Band auf Tour ging. Er verspottete die Spießer mit "Ballad of a Thin Man", düpierte die Hippies, als er mit dem seinerzeit als reaktionär verschrienen Johnny Cash 1969 auf "Nashville Skyline" im Duett sang, und verblüffte die Fans mit seiner plötzlichen Hinwendung zum Christentum. Bob Dylan, der im London der Swingin' Sixties selbst von Ikonen wie den Beatles und den Rolling Stones wie "ein Gott" (Marianne Faithfull) verehrt wurde, hat alle Erwartungshaltungen schon 1965 treffend kommentiert: "You don't need a weatherman to know which way the wind blows."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2004

Was mag Bob Dylan dazu bewogen haben, fragt Thomas Steinfeld, seine gesammelten Texte auf ein Neues zu veröffentlichen, und zwar ganz ohne Zusätze und Kommentierungen? Auch die deutsche Neuausgabe rechtfertige diesen Schritt eigentlich nicht, so Steinfeld, Gisbert Haefs' Übersetzungen seien auf den Gebrauch ausgerichtete Übertragungen; auf Erläuterungen der vielen Zitate und Anspielungen in Dylans Texten warte man auch hier vergeblich. Wohl auch deshalb, meint der Rezensent, weil der Songschreiber selber dies nicht gewollt habe, Dylan andererseits seine Texte so ernst nehme, dass er sie eigens dokumentiert sehen wolle. Insofern, behauptet Steinfeld, sei dieser Band mit den gesammelten Texten Dylans ein Zwischending zwischen den Genres Lyrik und "lyrics", Songtexte eben. Längst haben Dylans Texte literaturwissenschaftliche Weihen erlangt, weiß Steinfeld und verweist auf verschiedene Veröffentlichungen. Ihm ist beim Lesen der oft hermetisch wirkenden Texte aufgefallen, dass Dylans Surrealismus möglicherweise weniger eine ästhetische Entscheidung gewesen als vielmehr dem Genre der Popmusik geschuldet ist: "Jeder musikalische Augenblick muss für sich wirken", schreibt Steinfeld und stellt fest, Dylans Lyrics im höchsten Maße personalisiert sind.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2004

Als wunderbaren Band feiert Rezensent Heinrich Detering diese erweiterte, zweisprachige Ausgabe von Bob Dylans Songbook. Zwar vermisst er nicht nur viele der unveröffentlichten Songs, sondern auch einige bekannte wie "Heartland" oder Cross the Green Mountain". Wählerisch zeigte sich Dylan dem Rezensenten auch in der Wiedergabe der unterschiedlichen Varianten seiner Lieder. Auch fehlen Deterings Informationen zufolge Gedichtzyklen und Prosatexte. Doch gerade diese Beschränkung macht für ihn die Qualität der Edition aus: "Hier präsentiert der Poet aus seinem Werk nichts als die Songs." Wer auf eine Werkausgabe gehofft habe, müsse weiter warten. Gisbert Haefs Übersetzung wird als angenehm unambitioniert und genau gelobt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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