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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Willy Werchow ist Direktor einer großen SED-eigenen Druckerei in der thüringischen Provinz. Zähneknirschend fügt er sich den Vorgaben der Partei, geht mehr und mehr Kompromisse ein. Mit seiner Frau und den drei Kindern Britta, Erik und Matti gerät er in einen Strudel von Konflikten. Ob durch die Zwänge des politischen Systems der DDR, ob durch persönliche Fehltritte - die Familie droht auseinanderbrechen. "Brüder und Schwestern" ist ein großes deutsches Gesellschaftspanorama, das bis in den letzten Winkel voller Leben steckt. Die ungleichen Ängste, Hoffnungen und Träume der Werchows kulminieren in den Ereignissen von 1989. Doch ihre Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Birk Meinhardt: "Brüder und Schwestern" - Leseprobe bei Hanser
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2013
Über die Nominierung des Buches für den Preis der Leipziger Buchmesse kann Oliver Jungen sich nur wundern. Beginnt Birk Meinhardts Familien- und Gesellschaftsporträt aus der DDR für Jungen lebensprall detailliert und leuchtet anfangs auch gut die Spannungen zwischen individueller Entwicklung und Zwangssystem aus - wobei Jungen erkennt, dass nicht alles zwangsläufig hätte schieflaufen müssen mit dem realexistierenden Sozialismus, hätte es nur die Mauer und die Entmündigung nicht gegeben -, so rauscht der Text im Verlauf der Handlung immer mehr in Richtung Trivialroman. Was fehlt, Jungen sagt es deutlich: erzählerisches Raffinement und Tiefe. Bei 700 Seiten, meint er, ist das ein bedeutender Posten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.03.2013
Wenn die DDR samt der dort beförderten Kultur des chiffrierten Redens über Missstände heute noch zu etwas taugt, dann dazu, unterhaltsame Romane darüber zu schreiben, freut sich Rezensent Ulrich Seidler nach der Lektüre von Birk Meinhardts 700 Seiten umfassender DDR-Familiensaga, die zum Mauerfall ganz frech und schroff mit den Worten "wird fortgesetzt" endet. Dass Meinhardt vor allem die Unterhaltung des Lesers bezweckt, will der Rezensent gar nicht verhehlen - im Gegenteil. Doch fühlt er sich vom Autor auf literarisch immerhin solidem Niveau unterhalten, weiß er sich hier doch in Händen eines "frohgemuten Handlungsingenieurs" mit großer Formulierlust und Freude am sprachlichen Experiment.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.02.2013
Birk Meinhardts DDR-Roman "Brüder und Schwestern" ist nur in Sachen Seitenzahl ein Schwergewicht, findet Alexander Cammann, dem es so vorkommt, als glaube der Autor nach wie vor an die "konventionelle Erzählbarkeit der Welt". Erzählt wird die Geschichte der Familie Werchow, der im fiktiven Provinzstädtchen Gerberstedt eine Druckerei gehört, fasst der Rezensent zusammen. Familienvater und Druckereidirektor Willy Werchow ist, außer in Sachen Ehe, ein ehrlicher Kerl, der dem Kommunismus zwar eine Chance gegeben, aber auch schnell seine Illusionen verloren hat. Die Kinder entscheiden sich zum Mitmachen oder Aussteigen, schwärzen sich gegenseitig an und rundum siecht die DDR. Als Unterhaltungsschmöker ist Meinhardts Buch insgesamt gelungen, findet der Rezensent: es erzählt die "allgemeine Erfahrung von vielen für viele".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.02.2013
Helmut Böttiger hat viel Spaß bei einem saftigen Zerriss von Birk Meinhardts DDR-Familienroman "Brüder und Schwestern", den er eher als berechnete "Vorlage für einen Fernsehmehrteiler" versteht denn als Roman. Die Geschichte des thüringischen Druckergeschlechts Werchow habe keine "Brüche, Grauzonen und Irritationen", und für die Charaktere drängen sich dem Rezensenten direkt die üblichen Verdächtigen des massentauglichen Abendprogramms auf. Der Roman beginnt mit dem Tod von Rudolf Werchow und endet mit dem Tod seines Sohns Willy. Es gibt ein reichhaltiges Geflecht aus Freundschaften und Verrat innerhalb wie außerhalb der Familie. Mit der Zeit drängen sich Willys drei Kinder immer mehr ins Geschehen, immer vor dem Hintergrund einer zum Unrechtsstaat stilisierten DDR, fasst Böttiger zusammen, der schon mal spöttisch über den Inhalt der angekündigten Fortsetzung spekuliert.
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Birk Meinhardt
Birk Meinhardt, geboren 1959, hat Journalistik in Leipzig studiert. Danach war er Sportredakteur bei Wochenpost und Jung Welt, Tagesspiegel und Süddeutsche Zeitung. Seit 1996 ist er Reporter bei der Süddeutschen ... mehr lesen
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