Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bianca Döring

Little Alien

Roman

Cover: Little Alien

dtv, München 2000
ISBN-10 3423242205
ISBN-13 9783423242202
Taschenbuch, 234 Seiten, 14,32 EUR

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Klappentext

Von apokalyptischer Bedrohlichkeit ist der Großstadtmoloch Berlin, in dessen Rachen sich Ellie stürzt. Es ist ein spontaner, fast panischer Entschluss, ihr "Dorf" und damit ihre Freundin Luise, die geistig verwirrte Mutter und die Arbeit als "Blutwegputzerin" im Krankenhaus hinter sich zu lassen. Mit ihrem letzten Geld flieht sie nach Berlin. Da sie dort niemanden kennt, verbringt sie die erste Nacht kurzerhand im Dom. Doch schon am nächsten Morgen begegnet die Ich-Erzählerin ihrem Traummann in einem Café. Der schöne Fremde mit den bernsteinfarbenen Augen entschwindet, doch er hat sich eingegraben in Ellies Herz und in ihre Augen, die von nun an in allem die Erinnerung an den "Engel" wahrnehmen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.01.2001

Nach Angelika Ohland hat die Autorin ihr Image als "ewiges Talent" nicht verdient. Längst sei sie mehr: "ein Profi durch und durch". Obwohl die Geschichte auf den ersten Blick simpel gestrickt erscheint, erweise sie sich in Wirklichkeit als hochkompliziert. Denn nach Ohland ist hier nicht die Handlung selbst das Wesentliche, sondern etwas, was mit Wahrnehmung zu tun hat, insbesondere die Wahrnehmung, die mit der "Realität nicht mehr zur Deckung" kommt, was vor allem auf die Protagonistin Ellie zutrifft. Die Figuren erscheinen der Rezensentin wie in Luftblasen eingeschlossen und im Meer hin- und hertreibend, "staunend" und gleichzeitig ohne direkten Kontakt zur Umgebung. Eine besondere Stärke sieht Ohland in Dörings Metaphern, etwas, von dem die Autorin offenbar reichlichen Gebrauch macht. Doch gerade hier sieht die Rezensentin auch eine Gefahr, nämlich dann, wenn diese "Bilder nicht ganz stimmen". Dann kippt der Roman ihrer Ansicht nach schnell ins Anstrengende. Kritisch bewertet die Rezensentin Dörings starke Konzentration auf die Protagonistin, hinter der alles andere und auch jede der übrigen Figuren verblasse. Doch insgesamt zeigt sich Ohland äußerst angetan von diesem Roman, dessen "Konsequenz des Blicks" in der neueren deutschsprachigen Literatur ihrer Ansicht nach Seltenheitswert hat.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000

Barbara von Becker zerstreut gleich zu Beginn die Vermutung, dass es sich bei diesem Roman um die klassische Geschichte eines Mädchens vom Lande handelt, das in die Metropole gespült wird. Denn die Erzählung, in der die Protagonisten durch die Bars und Szenecafés Berlins irrt, um eine engelhafte, männliche Erscheinung mit "Bernsteinaugen" zu finden, lasse mit ihrer "hochexpressionistischen, musikalischen Sprache" Bilder entstehen, wie sie wohl ein Otto Dix von heute gemalt hätte, so die Rezensentin hingerissen. Bis zur "psychotischen Verstörung" wird dabei die Mischung von Wirklichkeit, Tagträumen und Wahnvorstellungen getrieben, meint die Rezensentin, die in dem Roman eine "große Rhapsodie von Liebe und Großstadt" erkennt. Trotz des "halsbrecherisch kühnen Balanceakts" überzeuge die Autorin durch sprachliche Brillanz und "erzählerische Bravour", schwärmt Von Becker.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren