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Aus dem Archiv
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Klappentext
Zunächst war Kaiser Matthias (1612-1619) nicht für den Thron bestimmt. Doch der Unmut innerhalb des Hauses Habsburg über den Regierungsstil seines älteren Bruders, Kaiser Rudolf II. (1576-1612), hat ihn an die Spitze einer Rebellion geführt, die Franz Grillparzer in dem Drama "Bruderzwist im Hause Habsburg" literarisch verewigt hat. Nach dem unerwarteten Tode Rudolfs wurde dann Matthias für eine kurze, aber historisch bedeutsame Zeit Kaiser. Matthias versucht mit Hilfe seines Beraters, des Wiener Bischofs Melchior Kardinal Khlesl, vergeblich, die katholische und die protestantische Partei in Deutschland miteinander zu versöhnen. In den böhmischen Erblanden provozierte er durch seine starre Politik den "Prager Fenstersturz" vom 23. Mai 1618 - der große Krieg war damit unvermeidlich geworden...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2000
Am Anfang seiner Besprechung gibt Karl Otmar Freiherr von Aretin einen kurzen Überblick über den historischen Kontext, in dem der jüngere Sohn Maximilians II für sieben Jahre Kaiser wurde: nach dem Tod seines Bruders Rudolfs II nämlich kam er mit Hilfe des Wiener Bischofs Kardinal Melchior Klesl 1612 an die Macht. In der komplexen Welt der sich militarisierenden religiösen Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken in Europa geriet er jedoch schnell unter die Räder und verfiel, wie zuvor sein Bruder, in Depressionen; er starb "aller Macht entkleidet" 1619. Zeit muss man sich nehmen für die Lektüre dieses Buches, meint von Aretin, denn der Autor breite über die nur siebenjährige Kaiserzeit des habsburgischen Matthias eine sehr dichte Decke von Einzelheiten und Exkursen, durch die man sich mühsam hindurchliese. Immerhin kommt er nach vielen Abschweifungen immer wieder auf das Thema zurück, schreibt von Aretin, aber man merkt der Besprechung an, dass die Biografie dieses "entschlusslosen" und ewig von Gläubigern gejagten Bruders Rudolf II dem Rezensenten Mühe gemacht hat. Immerhin lobt von Aretin den Autor, der als wissenschaftlicher Referent der Hanns-Seidel-Stiftung fungiert, dafür, dass er an Hand einer eher glanzlosen Figur viel Wissenswertes von der Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges aufgearbeitet hat.
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