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Bernd-Jürgen Fischer
Handbuch zu Thomas Manns Josephromanen
Klappentext
Das Handbuch bietet im ersten Teil eine Einführung in die weltanschauliche Position Thomas Manns zur Zeit der Abfassung von "Joseph und seine Brüder", eine Analyse seiner Sprache im Joseph, einen Überblick über die Forschungsliteratur sowie über die Behandlung des Joseph-Themas in der Kunst- und Literaturgeschichte. Der zweite Teil bietet erstmals einen detaillierten Textstellen-Kommentar und erschließt so die materiale Basis der Josephs-Tetralogie; dabei werden Thomas Manns Quellen aufgezeigt, Hintergrundwissen aus Ägyptologie, Altorientalistik und Judaistik zur Verfügung gestellt, auf weiterführende Literatur verwiesen, verborgene Nebenbedeutungen erhellt und die Binnenstruktur des Romans sichtbar gemacht. Kurze Einführungen zu einzelnen Abschnitten bieten Lesemodelle an. Eine Seitenkonkordanz erschließt das Handbuch für die Benutzer verschiedener Joseph-Ausgaben; umfangreiche Indizes eröffnen den Zugang unter verschiedenen Fragestellungen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.06.2003
Innerhalb seiner Grenzen, schreibt Jan Assmann, sei dieses Handbuch zu Manns "Joseph"--Romanen "eine wertvolle Hilfe". So biete es etwa "hochinteressante Einblicke" in Manns ausschweifende Lesearbeit während der Arbeit an seinem Roman-Labyrinth. Die Grenzen von Fischers Handbuch, für Assmann ansonsten "unbestreitbar eine gewaltige Leistung", ergeben sich dem Rezensenten zufolge vor allem aus einem Umstand: Fischer, schreibt er, sei eher ein Mann "des Zettelkastens" als des Überblicks. Weshalb sein Buch, das eigentlich durch das Labyrinth der "Joseph"-Romane führen solle, selbst labyrinthische Züge trage. Zudem führe es dazu, dass der Autor Manns spielerischen Umgang mit Unterscheidungen wie der zwischen "Dionysischem" und "Apollinischem" bruchlos in "biedere Handbuchprosa" umsetze, und sie dann auch noch, computergestützt, tabellarisch aufliste, "als handelte es sich hier um positive Wissensbestände." Dieses Problem wiederhole sich außerdem noch auf einer anderen Ebene. Als Ägyptologe fällt Assmann auf, dass der Autor keinerlei Distanz zu Manns Bild des Altertums habe, während er sich von einem Kommentar, wie Fischer ihn ja durchaus bieten wolle, auch Aufklärung über Irrtümer des Autors wünschen würde. Und schließlich, kritisiert Assmann, springe der Blick Fischers, "wie so oft bei Detaillisten" von den Einzelheiten "unvermittelt auf die höchste Ebene allerabstraktester Verallgemeinerungen".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2002
"Im Rahmen seiner Gattung .. ein Meisterstück", lobt Rezensent Hanno Helbing das vorliegende Handbuch zu Thomas Manns Romantetralogie, dessen Absicht es sei, das mythologische, religions-, sprach-, kulturgeschichtliche und ikonografische Material des Romans sichtbar zu machen. Schon in dem einführenden Teil dominiere der Handbuch-Charakter der Arbeit. Der Joseph-Text wird aufgeschlüsselt, so wie dann im "Kommentar" die in ihm versteckten Bezüge entschlüsselt werden, "seine 'verspielte Wissenschaftlichkeit' wissenschaftlich entspielt wird", wie der begeisterte Rezensent das Verfahren beschreibt. Der zweite Teil führe Schritt für Schritt durch das Epos. Die Text-Lexikografie beruhe auf dem Nachweis von mehr oder weniger versteckten Zitaten aus den Primärquellen - wie Anleihen aus der Sekundärliteratur, die Mann direkt oder indirekt benützt habe oder Auskünften, die seinen gleichzeitig erschienenen Schriften, Aufzeichnungen, Briefen entnommen wurde oder Vokabeln, die auf Bedeutungszusammenhänge schließen lassen. Der Rezensent führt in seiner äußerst akademisch gehaltenen Rezension ein paar Beispiele vor, die das Verfahren des Handbuches verdeutlichen sollen.
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