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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Barbara Bronnen

Liebe bis in den Tod

Roman

Cover: Liebe bis in den Tod

Arche Verlag, Zürich 2008
ISBN-10 3716023809
ISBN-13 9783716023808
Gebunden, 176 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

War es wirklich Liebe bis in den Tod, als der 80-jährige Emanuel Forster an jenem strahlenden Herbsttag seine schwerkranke Frau erschoss? War es Mitleid? Oder gar Selbstmitleid? Und warum wählte er selbst nicht auch den Freitod, wie er es seiner Frau versprochen hatte? War es Totschlag oder Tötung auf Verlangen? Mit diesen diffizilen Fragen sieht sich der Richter Anselm Joos in seinem letzten Fall vor der Pensionierung konfrontiert. Als der Angeklagte nicht nur seine Schuld eingesteht, sondern auch über seine fast 60 Jahre währende Ehe berichtet, über die Anfänge im Nachkriegsdeutschland, ein normales Familienleben mit zwei Kindern, bis eines Tages seine Frau von unerträglichen Schmerzen heimgesucht wurde und ein jahrzehntelanges Martyrium begann, als der Richter immer tiefer in ein fremdes Leben eindringt, wird er von einer lange verdrängten Erinnerung heimgesucht, der Erinnerung an seinen Sohn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2008

Spannend und horizonterweiternd zugleich erscheint Barbara Bronnens Roman dem Rezensenten. Walter Hinck schiebt den Verdacht, die Autorin sei mit ihrem Thema auf einen gegenwärtig durch die Medien tingelnden Waggon aufgesprungen, flink beiseite. Sterbehilfe als Thema ist eines, gibt Hinck zu bedenken. Die Perspektive und Motive nicht eines Arztes, sondern des mitleidenden Ehemannes sind etwas anderes. Hinck folgt der die Form des Romans bestimmenden Wechselrede von Angeklagtem und Richter und stellt beruhigt fest, wie unprätentiös und fern jeder Doktrin Bronnen erzählt. Die seelische Lage des angeklagten Ehemannes, wie sie der Text vermittelt, macht höchsten Eindruck auf den Rezensenten und lässt vor seinen Augen eine so individuelle wie exemplarische Gestalt entstehen, die auf das "mitmenschliche Verstehen seines Handelns" hofft. Gleichfalls exemplarisch erscheint Hinck die Figur des Richters, der das zutage tretende Dilemma der Rechtssprechung deutlich erkennt. Für Hinck erlangt das Buch damit eine herausragende Bedeutung - im Romanwerk Bronnens, als auch in unserer Zeit.

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